09. Juni 2017
Hintergrundgespräch mit Parl. Staatssekretärin Ingrid Fischbach
WR diskutiert über Gesundheitswirtschaft im Emscher-Lippe-Raum
Ingrid Fischbach MdB (Foto: Wirtschaftsrat)

Wie wirft man die Jobmaschine im nördlichen Ruhrgebiet an? Wo gibt es für Unternehmen neue Chancen und Möglichkeiten? Fragen mit den sich die Sektion Gelsenkirchen des Wirtschaftsrates der CDU e.V. beschäftigt. Einen interessanten Lösungsansatz stellte Ingrid Fischbach MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesgesundheitsminister vor, nämlich die Gesundheitswirtschaft. 

v.l.n.r. Ingrid Firschbach MdB, Malte Stuckmann (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Politikerin verdeutlichte die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges für die Region. Trotz der Wirtschaftskrise sei dieser Bereich stetig gewachsen, auch in der strukturschwachen Region Emscher-Lippe. Diese habe etwas mit der demografischen Entwicklung zu tun. Aktuell würden in Deutschland rund 345 Mrd. Euro pro Jahr – oder rund 4.000 Euro pro Einwohner – in der Gesundheitswirtschaft umgesetzt. Rund 70 Prozent dieser Kosten trügen die Gesetzlichen und die Privaten Krankenkassen. Rund 15 Prozent aller Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen seien in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Insbesondere im Pflegebereich gebe es eine hohe Nachfrage an Arbeitskräften. 


„Für das Ruhrgebiet hat sich die Gesundheitswirtschaft als Motor des Strukturwandels entwickelt. Es ist überraschend, dass sich im Bereich der Medizintechnik viele hidden champions im Ruhrgebiet befinden. Vom Bochumer Gesundheitscampus gehen zahlreiche Wachstumsimpulse aus“, so die Herner Bundestagsabgeordnete. 

Allerdings, wo Licht sei, da gebe es auch Schatten. So bestehe in Nordrhein-Westfalen ein Problem mit der Krankenhausfinanzierung. Hier sei die bisherige Landesregierung nicht voll umfänglich ihren Verpflichtungen nachgekommen, so dass sich Krankenhäuser gezwungen sahen, Investitionen selber zu finanzieren. Nicht unerwähnt ließ die Parlamentarische Staatssekretärin die Frage nach der Bettenüberkapazität in den Ballungsräumen. In dem sich anschließenden intensiven Gedankenaustausch wurden viele aktuelle gesundheitspolitische Fragestellungen diskutiert. „Dies war eine sehr gelungene Tagung“, freute sich abschließend Malte Stuckmann für den Vorstand der Sektion Gelsenkirchen.