17. Juli 2018
Human Resources 4.0
Die Zeiten in denen man die besten Mitarbeiter alleinig mit einem guten Gehalt für sich gewinnen konnte, sind mit der Ankunft der „Generation Y“ in der Arbeitswelt endgültig vorbei.
Vor Unternehmern, Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrates referierte Dr. Wolfgang Fassnacht über aktuelle und zukünftige Herausforderungen bei der für jedes Unternehmen wichtigsten Ressource: den Mitarbeitern. Er war auf Einladung des Wirtschaftsrats, Sektion Badisch-Franken, nach Tauberbischofsheim gekommen. Im Vorfeld der Veranstaltung wurde der Vorstand des Wirtschaftsrates der Sektion Badisch-Franken neu gewählt. Dabei wurde die Sprecherin der Sektion, Petra Jouaux, in ihrem Amt bestätigt und bleibt gleichzeitig auch die Bundesdelegierte der Sektion. Auch der Vorstand wurde einstimmig bestätigt.
Petra Jouaux begrüßt die Teilnehmer (Foto: WR)

Petra Jouaux ging in Ihrer Begrüßungsrede darauf ein, dass Sie sich „jederzeit über neue Mitglieder und neue Impulse freue und jeden Unternehmer, der sich für die Sache des Wirtschaftsrats interessiere, herzlich willkommen heiße.“

Nach der Begrüßung durch wurde das Wort an Michael Schneider, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Main-Tauber eG, übergeben. Er gab Einblick in das erfolgreiche Geschäft der Volksbank Main-Tauber und skizzierte die wichtigsten Eckdaten und die Kundenstruktur in der Region, bevor er zu Dr. Wolfgang Fassnacht überleitete. 

Michael Fassnacht brachte den Teilnehmern das Personalwesen der Zukunft nahe (Foto: WR)

Wie gewinnt man als multinationales Unternehmen die besten Mitarbeiter und bindet sie anschließend langfristig an die Firma? Dr. Wolfgang Fassnacht ist Personalleiter bei SAP, einem der beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland, und konnte daher sehr eingehend auf die obige Frage antworten. Dabei beleuchtete er verschiedenste Strategien und Eckpfeiler im Human Resources Bereich bei SAP.

SAP ist der größte europäische Softwarehersteller und rangiert weltweit auf dem vierten Platz. Im Jahr 1972 gegründet, erwirtschaftet das Unternehmen heute mit circa 90.000 Mitarbeitern etwa 23 Mrd. Euro Umsatz.

Fassnacht betonte, dass SAP mit verschiedenen Unternehmen weltweit um die besten Mitarbeiter konkurriert. Die jüngeren Generationen werden bei der Wahl des Arbeitgebers zunehmend nicht mehr nur vom Gehalt, sondern auch von der Sinnhaftigkeit der Arbeit und der Atmosphäre in der Firma beeinflusst. Diese Bewegung wird in Fachkreisen „From profit to purpose“ genannt. Neben der Stellung als Talentmagnet haben noch weitere Punkte im HR dieselbe Wichtigkeit. Dazu zählen, passionierte Teamleiter und Experten auszubilden, maßgeschneiderte Weiterbildungen anzubieten, digitales HR, zukunftsfähige Arbeitsplätze und eine inklusive Unternehmenskultur. Gleichzeitig arbeiten SAP Mitarbeiter auf Vertrauens- und nicht auf Kontrollbasis. Hierarchien und alte Bewertungssysteme werden schrittweise immer weiter abgeschafft. Transparenz und Wertschätzung sind zum festen Bestandteil in den verschiedenen Teams geworden.

Im Wesentlichen befreit sich Human Resources 4.0 von Bürokratie und alten Zwängen und ist somit für die Zukunft und die nachkommenden Generationen, zumindest im Fall von SAP, bestens ausgerüstet.