06. Oktober 2016
"Im 3D-Druck entstehen Bauteile, die Sie so bisher nicht fertigen konnten"
Innovation 3D-Druck, Chancen und Perspektiven einer neuen Technik
Ersatzteile für Flugzeuge werden bereits gedruckt ebenso wie individualisierte Implantate für den Menschen und dennoch sagt Christian Baumann, Geschäftsführer bei Konstruktion Baumann in Herbolzheim, auf die Frage nach den Einsatzgebieten im Bereich Lebensmittel „ich selbst würde aus einem 3D-gedruckten Becher noch nichts trinken wollen.“ Grund genug, den 3D-Druck genauer zu betrachten.
Christian Baumann: "Ich selbst würde aus einem 3D-gedruckten Becher noch nichts trinken wollen." (Foto: Wirtschaftsrat)

Rund 50 Unternehmer/innen der Sektion Freiburg-Emmendingen informierten sich zu Entstehung, Chancen und Perspektiven einer Technologie, die, so Baumann, erst in den Kinderschuhen stecke und unzählige Möglichkeiten eröffne. Gleichzeitig beruhigte er jedoch: „Der Spritzgusstechnik gebe ich noch gute 10 Jahre Entwarnung.“ Hintergrund, so Baumann, sei derzeit die Kostenstruktur 3D-gedruckter Teile. Noch seien diese eher für den Prototypenbau und die Fertigung individueller (Ersatz-)teile. Je nach Produktionsverfahren, rechne sich bei Stückzahlen ab 1000 Teilen nach wie vor die Spritzgusstechnik. 

Dr. Achim Hornecker, Mitglied im Sektionsvorstand und Initiator der Veranstaltung führt ins Thema ein (Foto: Wirtschaftsrat)

Große Vorteile, sieht Baumann jedoch im Bereich der Entwicklungs- und Fertigungszeit. 3D-Teile basieren auf CAD-Daten. Diese seien am Computer schnell und einfach zu ändern. Formen wie sie bei der Spritzgusstechnik erstellt werden müssen, sind im 3D-Druck nicht notwendig.

 

Dennoch, so Baumann weiter, reiche es nicht, nur in einen 3D-Drucker zu investieren: „Entscheidend ist die Peripherie.“

Zeit für Fragen und Diskussion im Anschluss an den Vortrag (Foto: Wirtschaftsrat)

Sektionssprecher Prof. Dr. Frank O. Bayer und Vorstandsmitglied Dr. Achim Hornecker, Initiator der Veranstaltung, dankten Baumann für einen Ausblick in Richtung Zukunft, der so manchen staunen ließ.