22. Mai 2014
Im Süden nichts Neues?
Eine nachbarschaftliche Lagebeurteilung aus Deutschland und der Schweiz
Dr. Balz Hösly, Präsident des Verwaltungsrates Greater Zurich Area AG/Partner MME Partners, Rechtsanwälte Zürich & Zug und Dr. Uwe Böhm, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Schopfheim der IHK Hochrhein-Bodensee diskutierten bei der Sto SE & Co. KG in Stühlingen über das deutsch-schweizerische Verhältnis nach dem Freizügigkeitsreferendum. Sektionssprecher Dietmar Vollmer ehrte Rolf Piechowicz für 10 Jahre Mitgliedschaft.
Sektionssprecher Dietmar Vollmer ehrte Rolf Piechowicz für 10 Jahre Mitgliedschaft. (Foto: Wirtschaftsrat)

Deutschland liefert ein Drittel aller Schweizer Importe und ist damit der wichtigste Handelspartner für die Schweiz. Mit Investitionen von 54,6 Milliarden Schweizer Franken (2011) steht die Schweiz unter den ausländischen Investoren in Deutschland an siebter Stelle. Die Schweiz gilt seit 2007 als das beliebteste Auswanderungsland für Deutsche. Auch deutsche Unternehmen fühlen sich zur Schweiz hingezogen. Das hat laut Dr. Uwe Böhm verschiedene Gründe: Durch den hohen Franken-Kurs sind Waren im (Euro-)Ausland günstig, die Sprache ist meist gleich, es gibt ein hohes Durchschnittseinkommen und deutsche Qualität sowie deutsche Produkte werden geschätzt.

v.l.n.r. Dietmar Vollmer und Dr. Balz Hösly (Foto: Wirtschaftsrat)

Dr. Balz Hösly gilt als anerkannter Praktiker in Strategischer Rechtsberatung und Corporate Governance. Er ist Präsident und Mitglied verschiedener Verwaltungsräte  u.a. bei der Greater Zurich Area AG und erfahren im Umgang mit strategischen Entwicklungsprozessen in Unternehmen.  Für ihn ist klar, dass die Innovationsregion Süddeutschland-Schweiz gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen hat. Denn jedes zweite Schweizer Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Zürich ist in Südbaden tätig und etwa 25.000 Personen aus Deutschland arbeiten als Grenzgänger in der Metropolregion Zürich. „Es braucht Innovationsimpulse von Innen und Außen und grenzüberschreitende wirtschaftliche Interessen und Tätigkeiten müssen unbürokratisch wahrgenommen werden können“, so Dr. Hösly.

v.l.n.r. Dietmar Vollmer und Dr. Uwe Böhm (Foto: Wirtschaftsrat)

Während der Unternehmensvorstellung durch Uwe Brühl, Mitglied der Geschäftsleitung, wurde klar, dass Sto einer der zahlreichen mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg ist, das zu den „Hidden Champions“ zählt. Und wie viele dieser Weltmarktführer ist es ein Familienunternehmen: Zwei Mitglieder des Vorstands sind Söhne von Fritz Stotmeister, der 1954 das Unternehmen gegründet hat. Zugleich ist Sto ein internationaler Konzern und gehört zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich Wärmedämm-Verbundsysteme mit 1,2 Milliarden Euro Umsatz in 2013 und rund 4.800 Mitarbeitern weltweit.