11. November 2015
"In Deutschland liegen die Ressourcen nicht unter, sondern auf der Erde"
Die Sektion Wetterau lud zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Fachkräfte sichern durch Bildung“ nach Karben zur König+Neurath AG ein. Der hessische Landtagspräsident, Norbert Kartmann MdL stand den Teilnehmern Rede und Antwort.
v.l.n.r. Egon König, Carl-Christoph Held, Raif Toma, German Halcour, Norbert Kartmann MdL (Foto: Wirtschaftsrat)

Gleich zu Beginn konstatierte Kartmann: „Die Wirtschaft kommt ohne Bildung nicht aus.“ Bildung müsse aber als etwas Übergreifendes verstanden und gefördert werden. So sei auch eine Schulung der sozialen Kompetenzen enorm wichtig für die Schüler. Darüber hinaus dürfe jedoch nicht die politische Bildung vernachlässigt werden. Kein gutes Haar lies der Landtagspräsident an den PISA-Studien: „Die haben Deutschland in ein falsches Licht gerückt, weil sie reines Wissen ermittelt haben.“ Er sei weiterhin davon überzeugt, dass das deutsche Bildungssystem eines der weltweit besten ist.

Da die Anforderungen an die heutigen Schüler gestiegen seien, sei es nur logisch, dass „das Produkt Mensch oft nicht Schritt hält“. Die Erwartungshaltung in der Arbeitswelt habe sich zweifelsohne verändert, doch auch die Gesellschaft und vor allem das Elternhaus trage eine große Mitverantwortung an der Erziehung und Bildung der Jugendlichen – nicht nur die Schule. Auch auf eine gute Systemvernetzung von Schule und Wirtschaft müsse weiterhin geachtet werden.

 

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer und Kartmann die im Publikum aufgekommenen Fragen. So wurde noch einmal auf das Thema Berufsausbildung eingegangen, welches, zum Bedauern der meisten Anwesenden, mittlerweile bei Eltern und Schülern eher negativ angesehen wird. Weiterhin wurde betont, dass eine eigene Meinungsbildung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin von großer Bedeutung in der heutigen Arbeitswelt ist. Trotz manch unterschiedlicher Ansichten zum Thema, ließ sich doch ein Konsens finden: Dass in Deutschland die wertvollsten Ressourcen nicht unter, sondern auf der Erde liegen, darüber waren sich die Teilnehmer einig.