16. April 2012
„In Frieden mit dem Staatsbankrott“
Dr. h. c. Rudolf Böhmler erläutert in der Volksbank Schwäbisch Gmünd die Staatsschuldenkrise aus Sicht der Deutschen Bundesbank
„Aus profunderem Munde kann man einen derartigen Vortrag nicht bekommen“, freute sich Udo Effenberger, der als Vorstandssprecher der Volksbank Schwäbisch Gmünd eG und Vorstandsmitglied der Sektion Ostalb in Personalunion die Gäste in stilvollem Ambiente begrüßte. „Das „Trojanische Pferd“ Griechenland nimmt uns in Europa ganz schön mit“, führte er weiter aus und übergab in Erwartung eines spannenden Vortrags das Wort an Dr. h. c. Rudolf Böhmler.
Dr. h. c. Rudolf Böhmler, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank

Das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank wusste zunächst über die Entstehung der aktuellen Staatsschuldenkrise zu berichten. So seien nicht nur die Euroländer für die derzeitigen Bedrohungen verantwortlich „sondern auch Unzulänglichkeiten des privaten Sektors und die geplatzte Immobilienblase haben zu solch einer Entwicklung geführt.“ Vor allem in Hinblick auf die Krise Griechenlands sei viel falsch gemacht worden. „Griechenland lebt seit 20 Jahren in Frieden mit dem Staatsbankrott“, kritisierte Böhmler das schuldengebeutelte Land und die Aufweichung der Maastricht-Kriterien Ende der neunziger Jahre.

 Zur Lösung der Krise  sieht er große Baustellen vor sich: Die Wirtschafts- und Haushaltskonsolidierung Griechenlands, die Errichtung von leistungsfähigen Brandmauern um die Ansteckung weiterer Länder zu verhindern und die Errichtung eines stabileren Fundaments für die Währungsunion. Die Funktionsfähigkeit des geplanten Fiskalpakts hinge maßgeblich von der Umsetzung der Mitgliedsstaaten ab, führte der studierte Jurist weiter aus. Mit einem positiven Ausblick für die Europäische Union schloss er seinen Vortrag. „Europa kann sich wehren und hat Zukunft, wenn es sich einig ist“, machte Böhmler den Anwesenden deutlich.

Gastgeber Udo Effenberger

„Vielleicht lässt sich das „Trojanische Pferd“ auch an die Chinesen verkaufen“, hatte Udo Effenberger im  Schlusswort eines gelungenen Abends die Lacher auf seiner Seite.