30. August 2018
Industrie 4.0 funktioniert nicht mit einer Unternehmenskultur 0.4
Der tyssenkrupp AG CIO, Dr. Martin Hölz, im Gespräch mit dem Wirtschaftsrat
Dr. Martin Hölz erläutert die Digitalstrategie der tyssenkrupp AG (Foto: Wirtschaftsrat)

„Die digitale Transformation betrifft uns alle. Als Unternehmer sowie als Privatpersonen kommen wir nicht umhin, uns mit dem grundlegenden und radikalen digitalen Wandel auseinanderzusetzen“, leitete Peter Bisa, Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Landesfachkommission Internet und Digitale Wirtschaft des Wirtschaftsrates der CDU e.V., die Sitzung ein. „Gerade aus diesem Grund freue ich mich, dass wir heute Dr. Martin Hölz, den Chief Information Officer and Group Processes & Information Technology der tyssenkrupp AG, hier begrüßen können, der uns erklärt, wie große Industriekonzerne diesen Herausforderungen begegnen können.“

 

In seinem Impulsvortrag betonte Dr. Hölz, dass die Digitalisierung grundlegend Branchen sowie die Art und Weise des Engineerings verändere. So verlören Tradition, Erfahrung und reines Know-How zusehends an Bedeutung. Daten dagegen würden zu wertvollen Gütern, die ganz neue Geschäftsmodelle erschlössen. Zudem ermögliche die Digitalisierung ein exponentielles Wachstum, dessen Geschwindigkeit und Skalierung die bisherige Vorstellungskraft weit überträfen.

Peter Bisa und Dr. Martin Hölz (Foto: Wirtschaftsrat)

In Anbetracht dessen sei klar, dass „die digitale Transformation ein Umdenken von uns erfordert!“ Innovation, Kundenmehrwert und kollektive Kreativität müssten bei diesem Umdenken im Zentrum stehen. Hierzu müsse man sich von alten Arbeitsstrukturen in Unternehmen zunehmend befreien und Raum schaffen für cross-funktionale, heterogene Projekte und Arbeitsgruppen: „Industrie 4.0 funktioniert nicht mit einer Unternehmenskultur 0.4.“ Es sei notwendig, eine Unternehmenskultur zu etablieren, die auf dem Trial & Error-Prinzip fuße, flache Hierarchien schaffe und Arbeit in Projekten organisiere.

 

Die tyssenkrupp AG, so erklärte Dr. Hölz weiter, leiste bereits viel für einen digitalen Kulturwandel im Konzern. Cross-funktionales Arbeiten werde bereits etwa durch einen digitalen ThinkTank und ein Digital Excellence Hub im Unternehmen gelebt. Zudem seien neue, agile Arbeits- und Prozessmethoden wie „Scrum“ implementiert und es fänden regelmäßig digitale Events für die Mitarbeiter statt. „Wir als tyssenkrupp AG betrachten die digitale Transformation als Chance, die wir bereits jetzt nutzen.“