30. Juni 2016
Industrie 4.0: So hält der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt mit!
v.l.n.r. Lars Fiele, Dr. Hans-Dieter Jostarndt, Anné Schwarzkopf, Prof. Dr. Doris Klee, Ralf Vinzenz Bigge, Stefan Heselschwerdt (Foto: Wirtschaftsrat)

Der digitale Fortschritt verändert Arbeits- und Produktionsprozesse – und auch die Bau- und Immobilienwirtschaft - tiefgreifend. Das hat erhebliche Auswirkungen auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Hierüber diskutierte die Landesfachkommission Stadtentwicklung, Bau und Immobilien des Wirtschaftsrates Nordrhein-Westfalen am RWTH Aachen Campus Cluster Smart Logistik.

Stefan Heselschwerdt, Partner und Geschäftsführer der Drees & Sommer Gruppe, den der Wirtschaftsrat zu diesem Abend eingeladen hatte, betonte: „Um bei Nachwuchstalenten zu punkten, müssen wir neben guten Gehältern, flexiblen Arbeitszeiten und qualitativen Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten unter anderem weg von starren Bürostrukturen.“ Im vergangenen Jahr hat Drees & Sommer 150 neue Mitarbeiter eingestellt. Da das Unternehmen weiterhin stark wachse, sei es ständig an neuen, qualifizierten Mitarbeitern interessiert. Sie ließen sich nur gewinnen, wenn Arbeit und Freizeit miteinander vernetzt werden könnten. Daher sei es aktuell besonders wichtig, eine gute Work-Life-Balance und gute Arbeitsvoraussetzungen zu schaffen.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Auch Wissenschaft und Forschung müssen sich in Zukunft noch stärker vernetzen. „Unsere Hochschule ist eine der führenden technischen Ausbildungsstätten in Deutschland, was innovative Produkte und Prozesse für Industrien betrifft. Wir trainieren Nachwuchs für Mittelstand und Konzerne und helfen jungen Talenten bei Gründerfragen“, sagte Keynote Speakerin Prof. Dr. Doris Klee, Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs an der RWTH Aachen. „Deshalb haben wir auch das Praxis-Cluster ins Leben gerufen, bei dem wir Seite an Seite arbeiten. Auf 800.000 Quadratmetern werden rund 120 Unternehmen in sechs Clustern forschen und entwickeln.“ Für sie und ihren Kollegen Prof. Dr. Jörg Blankenbach gelte es, das „Building Information Management“ (BIM), das in der Bau- und Immobilienwirtschaft zunehmend im Hoch- und Tiefbau eingesetzt wird, noch viel mehr in Lehrveranstaltungen für Bauingenieurwesen zu integrieren.

„Durch die kollaborative Zusammenarbeit im Cluster Smart Logistik können Unternehmen die Potenziale von Industrie 4.0 für ihre Branche durch kontinuierlichen Austausch zwischen Industrie und Wissenschaft stufenweise auf dem RWTH Campus erschließen“, sagte Ralf Vinzenz Bigge, Geschäftsführer der EICe Aachen GmbH. Welche Vorteile der kontinuierliche Austausch zwischen Lehre und Forschung bietet, veranschaulichte er bei seiner Führung durch die Demonstrationsfabrik, Labore, Arbeits- und Konferenzräume des EiCe-Clusters Smart Logistik auf dem Campus der RWTH. „Hier wird angewandte Forschung betrieben, zum Beispiel bei der Entwicklung, Vorserienfertigung und Produktionssteuerung von Elektrofahrzeugen, wie dem Streetscooter oder dem e.GO. Bei uns können Sie schon heute sehen, welche Potenziale Digitalisierung und die Nutzung innovativer Planungsmethoden haben.“

(Foto: Wirtschaftsrat)

„Der Wirtschaftsrat Deutschland setzt sich als parteienunabhängige Unternehmerorganisation für eine starke international vernetzte Wirtschaft ein. Junge Talente aus Industrie, Mittelstand und Wissenschaft verbunden mit erfahrenen Kräften sind das Herz im Ingenieurwesen sowie der Bau- und Immobilienbranche“, sagte Anné Schwarzkopf, Vorsitzende der Landesfachkommission Stadtentwicklung, Bau und Immobilien, die mit dem Sektionssprecher des Wirtschaftsrates Aachen, Dr. Hans-Dieter Jostarndt, und dem Landesvorsitzenden des Jungen Wirtschaftsrates Nordrhein-Westfalen, Lars Fiele, gemeinsam eingeladen hatte. Sie haben bereits weitere Veranstaltungen zum Thema angekündigt.