21. Mai 2014
"Industriestandort Deutschland in Gefahr"
Wirtschaftsrat fordert Korrekturen beim EEG
Mit einer Anleihe bei dem Film „Die Feuerzangenbowle“ eröffnete Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der STEAG GmbH, seinen Vortrag vor dem Wirtschaftsrat in Essen, um umso schneller bei den harten und weniger erfreulichen Fakten der Energiewende anzukommen. Zuvor hatte der Sektionssprecher sowie stellvertretender Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Dr. Jens-Jürgen Böckel, auf die Bedeutung einer erfolgreichen Energiewende hingewiesen und dringende Reformen des EEGs von der Politik eingefordert.
Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der STEAG GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Die Neuausrichtung der Energieversorgung führe zu großen Verwerfungen, führte Rumstadt aus. Der vorzeitige Verzicht durch die Landespolitik auf die Braunkohleförderung, dem einzigen und preisgünstigen Energieträger über den Deutschland verfüge, sei ebenso unklug wie das Mantra, dass eine CO-2-Reduktion in Deutschland das Weltklima rette. 

 

Die Finanzmarktkrise habe Deutschland eben deshalb besser überwinden können, weil es im Unterschied zu England und Frankreich noch immer über einen hohen Anteil an industrieller Fertigung mit langen Wertschöpfungsketten verfüge. Daher sei es wichtig, dass Deutschland Energie- und damit Industrieland bleibe, forderte der Energiemanager. Es mache keinen Sinn, wenn die Industrie Deutschland verlasse, damit die Ziele der Energiewende erreicht werden. Der Trend, verstärkt energieintensive Produktionen ins Ausland, u.a. in die USA auszulagern, sei bereits erkennbar. Dramatisch günstigere Preise für Energie und Strom veranlasse Unternehmen, ihre Investitionen in die USA zu lenken. 

 

Ebenso sei es dringend geboten, die Energiewende in einen europäischen Kontext zu betten. „Bereits heute verursacht die Vorrangeinspeisung Erneuerbarer Energien Überlastungen im Stromnetz der Nachbarländer Polen und den Beneluxstaaten. Alleingänge führten nicht zu Freunden in Europa. Daher wird die deutsche Energiewende im Ausland zunehmend kritischer betrachtet“, warnte Rumstadt.