20. Oktober 2017
Inforeise des Wirtschaftsrates nach Speyer
Meinungsaustausch mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann
Die traditionelle Informationsreise für die Mitglieder des Wirtschaftsrates Rheinland-Pfalz ging dieses Jahr in Kooperation mit der Sektion Kaiserslautern/Südwestpfalz nach Speyer. Sektionssprecher Horst Peschla und Vorstandsmitglied Winfried Rohden konnten hierzu Unternehmer aus dem ganzen Land begrüßen.
Horst Peschla, Sprecher der Sektion Kaiserslautern/Südwestpfalz und Mitglied des Landesvorstandes, im Gespräch mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Mitte) und Sektionsvorstandsmitglied Winfried Rohden (rechts) (Foto: Wirtschaftsrat)

Den Auftakt bildete ein Meinungsaustausch mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zu „Unternehmensführung im Spannungsfeld zwischen Wachstum, wirtschaftlichem Erfolg, Christlicher Soziallehre und der Verantwortung für die Schöpfung“. Dabei charakterisierte der Bischof die von Milton Friedman für die Unternehmen aufgestellten Prämissen einer Profitmaximierung, keinerlei sozialen Verantwortung, sowie der Verantwortlichkeit der Manager nur gegenüber den Eigentümern bzw. den Shareholdern des Unternehmens als eine Wirtschaft, die tötet. Stattdessen, und hier berief er sich auf die Christliche Soziallehre und verschiedene Enzykliken, müsse sich die Unternehmensführung an der Menschenwürde, dem Gemeinwohl sowie der Nachhaltigkeit orientieren, gepaart mit Solidarität und Subsidiarität. Die Soziale Marktwirtschaft und der Rechtsstaat seien ein hohes Gut; die Christliche Soziallehre sei nicht gegen den Markt gerichtet, aber für einen Markt, der von der Gesellschaft kontrolliert werde. Der Bischof machte deutlich, dass Gewinn für ein Unternehmen notwendig sei zum Erhalt desselben, er sei quasi die Nahrung, aber Essen sei nicht der einzige Zweck eines Unternehmens. Unternehmen müssten Güter und Dienstleistungen herstellen bzw. erbringen, die auch von den Menschen gebraucht würden. Dabei müsse man sich an der Nachhaltigkeit ökologisch, ökonomisch und sozial orientieren. Als Fazit zog der Bischof, dass Unternehmen und Manager keine gespaltene Lebensführung haben sollten. Als Personen seien sie verantwortlich für ihr Tun, von Motivation geleitet, die über die finanziellen Erfolge hinaus reichten. In diesem Zusammenhang sprach er auch von einer Berufung zum Unternehmertum und zitierte Papst Franziskus, der die Arbeit des Unternehmers als „edle Arbeit“ charakterisierte. Im Anschluss wurde den Mitgliedern bei einer ausführlichen Führung der Dom zu Speyer nähergebracht.