11. November 2013
Innovative Wege zur Ressourcenschonung
Vortragsreihe "Der Wirtschaftsrat im Dialog" fortgesetzt
“Der Wirtschaftsrat im Dialog” - die Veranstaltungsreihe wurde jetzt mit einer Diskussionsveranstaltung mit der Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie und der Umicore AG & Co. KG in Hanau fortgesetzt. Auf Einladung der Sektionen Main-Kinzig und Offenbach/Dieburg sprachen zwei Referenten zum Thema „Keine industrielle Produktion ohne Rohstoffe – Die Bedeutung von Recycling und Substitution für eine sichere Versorgung und langfristige Schonung der Ressourcenbasis“.
v.l.n.r.: Holger Knauer; Andreas Brumby; Dr. Christian Hagelüken; Prof. Dr. Rudolf Stauber; Gerd Robanus; Alexander Wilhelm (Foto: Wirtschaftsrat)

Prof. Dr. Rudolf Stauber, Geschäftsführer der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS, verdeutlichte in seinem Beitrag, dass die wirtschaftliche Prosperität Deutschlands auf der Produktion hochwertiger Güter basiert. Dabei sei Deutschland abhängig von einer gesicherten Rohstoffversorgung. Als High Tech Standort benötige Deutschland einen sicheren Zugang zu entsprechenden Ressourcen. Der steigende Bedarf an Ressourcen weltweit führe jedoch zu Verknappungen am Rohstoffmarkt und teils ungewünschten geopolitischen Abhängigkeiten. Ressourcenknappheit werde somit zu einem wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Problem.


Hierbei setzt die Arbeit der Fraunhofer-Projektgruppe IWKS an. Sie entwickelt Ressourcenstrategien im Hinblick auf Ressourceneffizienz und Wertstoffkreisläufe. Zusätzlich geht es um die Entwicklung und Umsetzung wirtschaftlicher Recyclingkonzepte. Ein dritter Schwerpunkt der Arbeit beschäftigt sich mit Möglichkeiten für die Substitution kritischer Rohstoffe bzw. der Entwicklung innovativer Substitute.


Im anschließenden Vortrag sprach Dr. Christian Hagelüken, Leiter EU Governmental Affairs der Umicore AG & Co. KG, über Chancen und Herausforderungen beim Einsatz und Recycling von Technologiemetallen. Wachsende Funktionalitäten vor allem von High-Tech-Produkten trieben die Nachfrage nach Technologiemetallen und führten zu deren Verknappung. In einem konkreten Beispiel zeigte Hagelüken, wie viele verschiedene Metalle in heutigen Autos oder auch Smartphones verbaut werden. Die Rückgewinnung von Teilen dieser Materialien erbringe dabei gleich mehrere Vorteile: Das Recycling helfe, Umwelteinflüsse des Bergbaus abzumildern, geopolitische Abhängigkeiten von wenigen Förderländern zu vermindern und nicht zuletzt Preisschwankungen zu dämpfen. Wichtig ist es nach Aussage von Dr. Hagelüken, bei der Recyclingkette auf den richtigen Ansatz zu achten. Der Prozess von der Erfassung über die Trennung bis zum tatsächlichen Recycling müsse über Transparenz und Kontrollen gesichert sein. 

 

In der anschließenden Diskussionsveranstaltung standen beide Referenten den vielen Fragen des Publikums Rede und Antwort.