Internet und Digitale Wirtschaft

Cloud Computing, Internet der Dinge, Big Data, vernetzte Produktion – diese Schlagworte sind keine Zukunftsmusik. Das digitale Zeitalter hat begonnen, die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange. Um weiterhin international wettbewerbsfähig zu sein und die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolges und somit unseres Wohlstandes zu sichern, müssen wir die Chancen ergreifen, die uns das Internet und das digitale Zeitalter eröffnen.

Am 20. August 2014 hat die Bundesregierung ihre Digitale Agenda 2014 - 2017 vorgestellt. Sie benennt darin den Aufbau einer wettbewerbsfähigen digitalen Infrastruktur, die Gewährleistung von Datensicherheit und die effektivere Nutzung der Innovationspotenziale der neuen digitalen Technologien als Ziele. Die Digitale Agenda ist zweifelsohne ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg, Deutschland eine Spitzenpositionin der digitalen Wirtschaft zu sichern. Ziel muss es fortan sein, dieses Strategie- und Grundsatzpapier mit Leben zu füllen. Dazu muss die Digitale Agenda mit einem konkreten Maßnahmenkatalog unterfüttert werden.

Die Kernforderungen des Wirtschaftsrates:

Der Breitbandausbau muss ganz nach oben auf die Tagesordnung gesetzt werden.
Das Ziel der Bundesregierung, bis 2018 alle Haushalte mit einer Internetgeschwindigkeit von 50 Mbit/s zu versorgen, ist im internationalen Maßstab nicht sonderlich ambitioniertund muss auf mittelfristige Sicht  nachgebessert werden. Andere Länder sind hier wesentlich ehrgeiziger. Die Zukunftsgesellschaft braucht Gigabit-Netze. Nur eine flächendeckende Bereitstellung von glasfaserbasierten Gigabit-Netzen kann dem Datenstrom zukünftiger digitaler Anwendungen wie dem autonomen Fahren gerecht werden.  Gerade im Hinblick auf die Finanzierung des Netzausbaus fehlen verbindliche Rahmenvorgaben, attraktive Anreizstrukturen für private Investoren im ländlichen Raum und eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren.

 

Die Kompetenzen für die Digitale Agenda sollten in einer zentralen Stelle im Kanzleramt gebündelt werden.

Das Ressortprinzip und das föderale System verhindern eine effektive Umsetzung einer kohärenten Digitalisierungsstrategie. Um dem entgegenzutreten ist die Bündelung digitaler Kompetenzen notwendig.

 

Die IT-Sicherheit muss als elementare Grundlage einer digitalisierten Ökonomie begriffen werden. 

Tatsächlich ist IT-Sicherheit das Schlüsselkriterium für unsere Unternehmen und für jegliche Aktivität im digitalen Raum.  Das IT-Sicherheitsgesetz ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dennoch sind bestehende IT-Sicherheitsinitiativen auszubauen und das IT-Sicherheitsbewusstsein bei Unternehmen und Bürgern gleichermaßen zu schärfen, um Cyberkriminalität wirksam begegnen zu können.

 

Der Digitalen Bildung muss oberste Priorität eingeräumt werden.

Das größte Hindernis für die erfolgreiche Transformation in die digitale Gesellschaft ist die fehlende digitale Bildung.   In allen Schulen sollte ein Curriculum eingeführt werden, das die Vermittlung der notwendigen digitalen Kompetenzen abdeckt. Darüber hinaus müssen die Schulen für computerbasiertes Lernen in allen Fächern aufgerüstet werden. Und die Aus- und Fortbildung der Lehrer sollte dementsprechend angepasst werden.

 

Die Modernisierung des Urheberrechts muss vorangetrieben werden.

Um die Chancen der Digitalisierung effektiver nutzen zu können, ist ein sachgerechter Interessenausgleich zwischen Urheber und Nutzer erforderlich.

 

Die Gründungsbedingungen für IT-Start-ups müssen verbessert werden.

Motivation und Unternehmergeist dürfen in Deutschland nicht an im internationalen Vergleich ungünstigen Rahmenbedingungen scheitern. Der Zugang zu Venture Capital muss verbessert und ein Ökosystem für Gründer geschaffen werden.

 


Die Bundesfachkommission Internet und Digitale Wirtschaft hat mit Hilfe einer Anhörung von jungen Unternehmern 20 Kernforderungen erarbeitet, die zu Erleichterungen bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit wie auch der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Unternehmensgründungen führen sollen. Im Fokus stehen Risikokapitalfinanzierung, Bildung und Forschung, Bürokratie und Vertragswesen, die allgemeine und gründerspezifische Infrastruktur, Zuwanderung sowie Arbeits- und Sozialrecht. Der Wirtschaftsrat unterstützt somit nicht nur die Forderungen der IT- und Internetbranche nach besseren Gründungsbedingungen. Unser Forderungspapier „Deutschland braucht einen Digitalen Aufbruch“ als PDF-Download finden Sie hier.





 

Wirtschaftsrat Deutschland: Die Stimme der Sozialen Marktwirtschaft
Vorsitzender der Bundesfachkommission
Dr. Severin Löffler

Mitglied der Geschäftsführung
Microsoft - Central & Eastern Europe
München


Dr. Christoph Clément
(stellv. Vorsitzender)

Mitglied der Geschäftsleitung
Vodafone GmbH 

Kontakt
Xenia Konstanzer
Referentin
Internet und Digitale Wirtschaft
Telefon: 030 / 240 87-220
Telefax: 030 / 240 87-206
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Luisenstraße 44
D-10117 Berlin