16. Juni 2016
Iran - Eine Wirtschaftsnation zurück auf dem Weltmarkt
Ein ganzes Jahrzehnt lang war der Iran weitgehend vom Weltmarkt abgeschottet. Der Nachholbedarf des Iran ist enorm. Er öffnet eine Ökonomie mit 80 Millionen Menschen. Jetzt sei die Zeit reif für frische Geschäfte, ein neues Kapitel in den deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen aufzuschlagen. Eine schnelle Wiederbelebung der Kontakte sind notwendig, auch um die jetzige iranische Regierung zu stabilisieren. Erneuern müsse der Iran vor allem seinen Maschinenpark, den Fahrzeugbau, die Baustoff-Industrie, das Wassermanagement, die Abfallwirtschaft, das Energiesystem und die Gesundheitsbranche. Auch für Sachsen-Anhalts Unternehmen sollte diese Entwicklung eine Chance sein, sich in diesem „Neuen Mark“ einzubringen.
Dr. Ali Majedi, Botschafter der Islamischen Republik Iran in Deutschland Foto: Wirtschaftsrat

Im Zuge dessen konnten wir Dr. Ali Majedi, Botschafter der Islamischen Republik Iran in Deutschland, als Gastredner in der Franckeschen Stiftung zu Halle begrüßen. Er bezeichnete die Region Nahost und Iran als potentiellen riesigen Markt für deutsche Unternehmen. Insbesondere die günstigen Energiepreise sowie die zumeist sehr gute Ausbildung der Arbeitskräfte sieht er als Standortvorteil. Als große Herausforderung wird weiterhin die Abwicklung von Finanzgeschäften gesehen, da deutsche Geldhäuser bisher keine Überweisungen in den Iran vornehmen. Ursache dafür sind die gegenwärtig noch bestehenden Finanzsanktionen der USA. Diesen Aspekt sieht auch der neue Finanzminister Sachsen-Anhalts, Andrè Schröder, als vorübergehenden Hemmfaktor. Sofern sich die Bedingungen für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit weiterhin positiv entwickeln, könnte auch Sachsen-Anhalt stark von diesem neuen Markt profitieren.

v.l.n.r. Dr. Frank Geilfuß, Chefanalyst, Bankhaus Löbbecke AG, Berlin; Dr. Michael Schädlich, Geschäftsführer, Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gGmbH, Halle/Saale; Andrè Schröder, Minister im Ministerium der Finanzen Sachsen-Anhalt; Dr. Ali Majedi, Botschafter der Islamischen Republik Iran in Deutschland; Bernhard Dohmann, Leiter JENOPTIK Traffic Solutions, Monheim am Rhein; Birgit Stotko, Auslands- und Ausländerbeauftragte, IHK Halle

Im Anschluss an den Vortrag des Botschafters nahmen namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft an der offenen Podiumsdiskussion über die Herausforderung und Chancen der neuen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zur iranischen Republik teil. „Besonders freut es uns, dass der Finanzminister von Sachsen-Anhalt, André Schröder, ebenfalls unserer Einladung gefolgt ist und die Unternehmer und Unternehmen an diesem Abend als Vertreter der Landesregierung begrüßt. Das Land hat großes Interesse an einer stärkeren Zusammenarbeit mit dem Iran.“, so Udo Unbehaun, der Sprecher der Sektion Halle des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt. Des Weiteren konnten wir den Oberbürgermeister der Stadt Halle, Dr. Bernd Wiegand, als prominenten Vertreter der lokalen Politik begrüßen