03. Juli 2012
"Ist die Förderlandschaft in Sachsen-Anhalt für Unternehmen noch attraktiv ?"
Dieser Frage stellte die Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Birgitta Wolff
In Zeiten knapper öffentlicher Kassen und Haushaltskonsolidierung werden auch die Mittel für die Förderung von Unternehmen geringer. Zugleich ist es erforderlich, die Steigerung der Wirtschafts- und Innovationskraft gerade klein- und mittelständischer Unternehmen zu unterstützen.
Michael A. Hoffmann, Sprecher der Sektion Magdeburg

Umweltdienste, Fördermittel und Innovation scheinen zunächst unterschiedliche Seiten einer Medaille zu sein, sagte Michael A. Hoffmann, Sprecher der Sektion Magdeburg. Bei genauerer Betrachtung würde jedoch klar, dass wir hier in einem sehr innovativen Unternehmen seien, das sich in den letzten 20 Jahren immer den neuesten technischen Entwicklungen gestellt habe. "Genau wie sich Unternehmen wirtschaftlichen Herausforderungen stellen und anpassen müssen, hat sich auch die Förderpolitik dem Umstand zu stellen, dass die verfügbaren Fördermittel ständig abnehmen. Gerade mit der neuen Förderperiode ab 2014 werden wir weitere Kürzungen hinnehmen müssen“, führte Hoffmann die gut 70 Teilnehmer in das Thema der Veranstaltung ein.

Kerstin Stork, Geschäftsführerin STORK Umweltdienste GmbH Magdeburg

Als Beispiel für Innovationen hat sich die Stork Umweltdienste GmbH als mittelständisches Unternehmen im Bereich der Entsorgung und Bodensanierung in den letzten Jahren auf dem Markt etabliert, berichtet  Geschäftsführerin der Stork Umweltdienste GmbH und Gastgeberin, Kerstin Stork. Aus Schlacke separiert das Unternehmen etwa Aluminiumreste und gibt diese später wieder in den Stoffkreislauf. "Dadurch werden nicht nur Rohstoffe wiederverwertet, sondern auch Kosten gesenkt. Die dafür benötigten Anlagen sind Innovationen, die wir als mittelständisches Unternehmen finanzieren müssen. Dabei kommen uns natürlich Fördermittel sehr zu Gute“, sagte Stork.

Ministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff, Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt

In ihrem Vortrag skizzierte die Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Birgitta Wolff, die wirtschaftspolitische Ausrichtung im Bereich der Fördermittel. Sie wies darauf hin, dass sich wirtschaftspolitische Strategien nicht in monetären Wirtschaftsförderinstrumenten erschöpfen dürfen. Gerade vor dem Hintergrund erheblich minimierter Fördermittel und einer sich ändernden Förderlandschaft sei es für die Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Unternehmen wichtig, verstärkt in Forschung und Entwicklung zu investieren.

 

Um künftig qualifizierte Fachkräfte binden zu können, müsse die Wertschöpfung in den Unternehmen erhöht werden. Derzeit spiele die heimische Wirtschaft im durchschnittlichen Vergleich zu anderen Bundesländern bei der Wertschöpfungshöhe, der Innovationsstärke und der Produktivität noch nicht auf vorderen Plätzen mit, führte die Ministerin aus. Grund dafür seien auch die im Bundesvergleich noch unterdurchschnittlichen Ausgaben der Unternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung. Während Sachsen-Anhalt eine gut ausgestattete öffentlich finanzierte Forschungs- und Entwicklungslandschaft vorhalte und sich bei den öffentlichen Ausgaben im Bereich von Forschung und Entwicklung im guten Bundesdurchschnitt bewege, lägen die Ausgaben privater Unternehmen durchschnittlich pro Jahr und Einwohner lediglich bei 70 Euro. In Thüringen seien es bereits 200 Euro, in Sachsen 230 Euro und in Baden-Württemberg sogar 1.100 Euro. Ursachen dafür lägen in der Wirtschaftsstruktur Sachsen-Anhalts, die überwiegend von kleinteiligen Unternehmensstrukturen und fehlenden Konzernzentralen geprägt sei, so die Ministerin weiter.


„Das erklärte Ziel der Landesregierung ist daher, die Innovationsbereitschaft und -fähigkeit hiesiger Unternehmen zu stärken“, sagt Prof. Dr. Birgitta Wolf. „Wir wollen niedrigschwellige Angebote schaffen, um die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Gang zu setzen. Ein Mosaikstein dabei sind die sogenannten Transfergutscheine." Diese seien unbürokratische Einladungen an Professoren und Firmenschefs für einen lebendigen Wissenstransfer. Dabei erhielten die Hochschulen Geld dafür, wenn sie mit Unternehmen bei der Lösung von betrieblichen Problemen oder auch der Entwicklung von neuen Produkten kooperierten, führte die Ministerin aus.


Hinsichtlich der neuen GRW-Förderregularien stellte sie klar, dass es sich um eine Basisförderung mit Bonussystem handele. Danach können Investoren neben einer Basisförderung zusätzliche Boni bei der Investitionsförderung erhalten, wenn sie nachweisen könnten, dass zum Beispiel mit einer Hochschule und/oder Forschungseinrichtung eine Kooperation bestehe.

 

Die Veranstaltung klang mit einem Imbiss, einem Rundgang durch die Stork Umweltdienste GmbH und vielen interessanten Gesprächen mit der Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt aus.