26. Februar 2016
Jahresempfang des Wirtschaftsrates mit Dr. Angela Merkel MdB
Andreas Mau, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates MV, Dr. Alexander Badrow, Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund und Ralf Drescher, Landrat Vorpommern-Rügen begrüßten die Bundeskanzlerin im historischen Rathaus

„Wir sitzen hier zusammen, weil uns Mecklenburg-Vorpommern am Herzen liegt“, eröffnete Landesvorsitzender Andreas Mau den Neujahrsemfang mit einem hochkarätigen Gast aus Berlin: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel MdB. Der Landesverband befasse sich mit drei zentralen Themen: dem Breitbandausbau, der Haushaltskonsolidierung und dem Komplex Bildung, Fachkräfte und demografischer Wandel. „Gerade die Digitalisierung bietet in struktur- und wirtschaftsschwachen Regionen wie unserer, große Chancen, die wir zu wenig nutzen. Wir haben auf unseren Unternehmerreisen nach Israel und Estland gesehen, was digitale Vernetzung und moderne Infrastrukturen bewirken können“, betonte Mau. „Gleichzeitig müssen wir die Haushaltsüberschüsse intelligent investieren. 


Mau würdigte seinen verstorbenen Landesvorstandskollegen: „Mathias Stinnes hat den Wirtschaftsrat in Mecklenburg-Vorpommern ab 1990 mit aufgebaut und Pionierarbeit in Sachen Soziale Marktwirtschaft geleistet - leidenschaftlich und hartnäckig. Über 25 Jahre hat er sich im Wirtschaftsrat engagiert, als Sektionssprecher, Bundes-/Landesvorstand und Kommissionsvorsitzender. Dafür danken wir ihm und ernennen ihn auf Beschluss des Vorstands zum Ehrenvorsitzenden unseres Landesverbandes.


„Heute möchten viele Menschen nur einfache Antworten auf komplexe Fragen konsumieren, aber für vieles gibt es keine einfachen Antworten. Wir müssen wieder differenzierter werden“, begrüßte Dr. Alexander Badrow, Oberbürgermeister Hansestadt Stralsund die Unternehmer. „Ohne schnelles Internet geht nichts. Wir sind ein herrlicher Wohnstandort, ein guter Standort zum Arbeiten und Forschen. Und auch die kreative Klasse findet zunehmend Gefallen an unserer Region. Das alles funktioniert nur, wenn die Menschen so angebunden sind, wie sie es gewohnt sind und wie sie Geld verdienen können“, sagte Ralf Drescher, Landrat Landkreis Vorpommern-Rügen.


Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel MdB fächerte in ihrer Rede „Deutschland 2016 – ein Land vor großen Herausforderungen und Chancen“ den ganzen Kanon aktueller politischer Themen auf. Einen Schwerpunkt setzte sie bei der Digitalisierung. Die Bundesregierung investiert in den Breitbandausbau und strebt bis 2018 eine Geschwindigkeit von 50 MB/s für alle Haushalte an. „Das reicht jedoch nicht für die großen technischen Veränderungen wie autonomes Fahren und Telemedizin“, sagte die Kanzlerin. „Dafür müssen wird den Glasfaserausbau vorantreiben.“ Sie ließ keinen Zweifel daran, dass die Frage der digitalen Anbindung in Zukunft über die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes maßgeblich mit entscheiden wird. „Wir stehen immer noch am Anfang dramatischer Veränderungen der Wertschöpfung, aber auch der Dienstleistungsmöglichkeiten. Europa steht hier unter erheblichem Wettbewerbsdruck“, betonte Angela Merkel. 


Beim Thema Industrie 4.0 sei Deutschland zumindest auf der Höhe der Zeit. „Was das Verarbeiten großer Datenmengen angeht, sind wir es sicherlich nicht. Und was den Zugang zum Kunden angeht, sicherlich auch nicht. Darin liegt die große Gefahr für die gesamte deutsche Wertschöpfungskette“, warnte die Kanzlerin und machte ein Zukunftsszenario auf: Wer den Zugang zum Kunden habe, könne es mit geschickten Management schaffen, alles dahinterliegende zu einer Art verlängerten Werkbank zu machen. „Die Situation ist nicht unernst. Wir haben eine Chance, aber noch keine Sicherheit“, betonte Angela Merkel.

 

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Landesgeschäftsführer
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