12. Mai 2014
Jürgen Hardt MdB: Deutschlands Zukunft in Europa
„Europa ist mehr als eine Freihandelszone.“ Mit einem klaren Bekenntnis zu Europa leitete der Ehrengast der Sektion Bergisch Land Jürgen Hardt MdB, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, einen Gedankenaustausch mit den Mitgliedern des Wirtschafsrates ein.
v.l.n.r. Dr. Hans-Joachim Vits, Mitglied des Sektionsvorstandes; Jürgen Hardt, MdB (Foto: Wirtschaftsrat)

Deutlich stellte der Bundespolitiker heraus, dass es bisher keine Belastungen der deutschen Steuerzahler durch die Rettung des Euros - mit Ausnahme der Einlagen in den ESM -  gegeben habe. Man solle jetzt nicht Selbstmord begehen aus Angst vor dem Tod, warnte er vor Euroskeptikern. Der Euro sei vielmehr eine große Chance für die deutsche Wirtschaft. 


Dass Europa seit 1945 eine Friedenszone und ein Hort der politischen Stabilität sei, solle man nicht als selbstverständlich betrachten. Erst die Übereinkunft, staatliche Grenzen nur noch mit Zustimmung aller Nachbarn zu verändern, habe diese Friedens- und Wohlstandszone entstehen lassen. „Frieden in Europa ist kein automatischer Prozess, wie man es am Beispiel der Ukraine erkennen muss. Insbesondere die osteuropäischen Staaten wollen Europa auch als Sicherheitsschild.“


Ausführlich diskutierte Hardt mit den Unternehmern über das Freihandelsabkommen, dem „Transatlantic Trade and Investment Partnership“, kurz TTIP, zwischen der Europäischen Union und den USA, das gerade verhandelt werde. Es sei eine Wachstumschance für die Wirtschaft in Europa. Dabei würden nicht nur Zölle und Einfuhrquoten aufgehoben, sondern ebenso Vorschriften und Normen, die den Warenaustausch behinderten oder verteuerten, unterstrich Hardt. „Dies wird nicht, wie fälschlicherweise behauptet, ein Geheimabkommen, sondern es wird sowohl vom Europäischen Parlament als auch von den Parlamenten aller Mitgliedstaaten beraten und beschlossen werden.“