05. Juni 2014
Junger Wirtschaftsrat: Mindestlohn-Gesetz vereitelt Qualifizierungschancen von Berufsanfängern und Nachwuchskräften
Freimuth: Praktikanten dürfen nicht unter Mindestlohn-Gesetz fallen

Vor der ersten Lesung des Mindestlohn-Gesetzes im Bundestag fordert der Vorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates der CDU e.V., Nils-Oliver Freimuth, von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles umfangreiche Nachbesserungen beim Gesetzesentwurf. „Ein einheitlicher flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde hätte gravierende negative Auswirkungen auf die Beschäftigungschancen von Berufsanfängern, Jugendlichen, Langzeitarbeitslosen, älteren Arbeitnehmern und Niedrigqualifizierten“, kritisiert Freimuth das Vorhaben der Ministerin.„Gerade den Schwächsten unserer Gesellschaft wird so die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe genommen.“

Besonders problematisch ist für den Jungen Wirtschaftsrat die Einbeziehung von freiwilligen Praktikanten in den Kreis der Mindestlohnempfänger. „Eine zusätzliche berufliche Qualifizierung durch einschlägige Praktika ist heutzutage oftmals eine Grundvoraussetzung, um als Berufsanfänger oder auch Quereinsteiger auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können. Sollte für freiwillige Praktika von einer Dauer von über sechs Woche bereits der Mindestlohn fällig werden, werden nur noch wenige Unternehmen bereit sein, Praktikanten für eine längere Dauer zu beschäftigen. Denn ein Arbeitgeber investiert erheblich in jeden Arbeitnehmer in der Starphase, aber besonders in Praktikanten. Gerade dieser Weg ebnet vielen jungen Menschen den Weg in die Berufstätigkeit, weil so Berufserfahrung gesammelt werden kann, die immerzu gefordert wird“, betont Freimuth.

Der Junge Wirtschaftsrat spricht sich angesichts des ungleichen Arbeitsmarktes auch für eine regionale und sektorale Differenzierung bei der Ausgestaltung des Mindestlohn-Gesetzes aus. Zudem sollte die Altersgrenze nicht bei 18, sondern bei 25 Jahren liegen, und die Mindestlohnkommission sollte die Möglichkeit haben, entsprechende Differenzierungen vornehmen zu können.

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