09. November 2017
5. Süddeutscher Wirtschaftstag
Kaspersky: "Deutschland hat ein Cyber-Problem"
Digitaler Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft
500 Unternehmer anstatt Adler Mannheim-Fans in der Südkurve der SAP-Arena: Politik und Wirtschaft diskutierten Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung beim gemeinsamen Wirtschaftstag der Landesverbände Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. Auch die „Jamaika“-Sondierungen in Berlin waren mehr als einmal Thema.
Eugene Kaspersky mit Moderatorin Corinna Egerer (Foto: heikoknipst.de)

In seiner Keynote wies der Gründer der russischen IT-Sicherheitsfirma Kaspersky erneut Vorwürfe aus den USA zurück, sein Unternehmen spioniere im Dienste des Kremls amerikanische Computer aus. "Haben sie Beweise präsentiert? Zero. Nothing", sagte Eugene Kaspersky. Seine Firma sei für Rechnersicherheit zuständig, nicht für eine Agententätigkeit. "Andere machen das Gleiche wie wir, aber dieser Grundsatz gilt hier scheinbar nicht", sagte der Experte.

"Mein Traum ist es, ein nicht-hackbares Computersystem zu entwerfen“. Das heißt: „die Kosten für das Hacken eines solchen Systems wären höher als die Gewinne, die durch das Hacken zu erzielen sind", sagte Kaspersky. "Können wir ein solches System entwerfen? Yes, we can."

Die Angst, die Digitalisierung zerstöre Jobs, wolle er den Deutschen nehmen. „Wir müssen uns anpassen, so wie wir es in der Vergangenheit auch getan haben.“ Allerdings müsse Deutschland mehr in die digitale Bildung investieren, sonst bekäme das Land ein Cyber-Problem.

Die "neue Südkurve" der SAP-Arena (Foto: heikoknipst.de)

Perspektive Digitale Wirtschaft

 

In dasselbe Horn stoß auch CompuGroup-Chef Frank Gotthardt, der seinen Blick auf Zukunftsfelder wie Robotik und Künstliche Intelligenz warf. „Wir brauchen eine Initiative für MINT-Fächer“, sagte der Unternehmer, der auch Wirtschaftsrats-Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz ist. „Im Jahr 2030 wird China 50 Millionen MINT-Absolventen in der Wirtschaft haben, wir 1,9 Millionen.“

Baden-Württembergs Vize-Regierungschef Thomas Strobl hat die Digitalisierung als gigantische Zukunftschance bezeichnet. Als Beispiel nannte er die Vernetzung beim Verkehr. "Es muss heute auf der Autobahn kein Fahrzeug mehr in einen Stau rasen", sagte er am Donnerstag beim Süddeutschen Wirtschaftstag in Mannheim.

"Mithilfe der Digitalisierung die Verkehrsfrage in Städten lösen - hier gibt es ein riesiges Potenzial." Als weitere Beispiele nannte er die Vernetzung bei der Energie - und bei der Kommunikation. "Hier könnte es manchmal ein bisschen weniger sein - kaum hast du einen Satz gesagt, ist er über Twitter in der ganzen Welt", sagte Strobl.

Landesvorsitzender Joachim Rudolf (Foto: heikoknipst.de)

Der Schatten von „Jamaika“

 

In Mannheim wurden ursprünglich auch die CDU-Ministerpräsidenten Volker Bouffier (Hessen) und Annegret Kram-Karrenbauer (Saarland) sowie die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner (Rheinland-Pfalz) erwartet, die ihre Teilnahme aufgrund der Jamaika-Verhandlungen aber kurzfristig absagen mussten. Baden-Württembergs Landesvorsitzender Joachim Rudolf ließ es sich dennoch nicht nehmen, den Sondierern eine Sache auf den Weg mitzugeben. „Die CDU ist meiner Ansicht nach dringend beraten, bei möglichen Koalitionsgesprächen, an entscheidenden Stellen ihren Markenkern wiederzufinden und in einen Koalitionsvertrag einzubringen. Denn auch das Bundestags-Wahlergebnis hat gezeigt, dass viele marktwirtschaftlich orientierte Wähler sich nicht mehr ausreichend vertreten fühlen.“

In zwei Podien wurden außerdem die Themenkomplexe IT-Sicherheit und Trends der Digitalisierung ausführlich behandelt. Mit dabei waren der hessische Staatssekretär Michael Bußer, der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Christian Baldauf und IT-Forensiker Dennis Pielen (Fast-Detect GmbH). Auf Podium zwei waren neben Strobl und Gotthardt noch vertreten der saarländische Bundestagsabgeordnete Markus Uhl und Bereichsvorstand der Bechtle AG, Gerhard Marz. Corinna Egerer, Moderatorin für Wirtschaft und Politik, führte durch den Abend.

 

In zwei Podien wurden außerdem die Themenkomplexe IT-Sicherheit und Trends der Digitalisierung ausführlich behandelt. Mit dabei waren der hessische Staatssekretär Michael Bußer, der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Christian Baldauf und IT-Forensiker Dennis Pielen (Fast-Detect GmbH). Auf Podium zwei waren neben Strobl und Gotthardt noch vertreten der saarländische Bundestagsabgeordnete Markus Uhl und Bereichsvorstand der Bechtle AG, Gerhard Marz. Corinna Egerer, Moderatorin für Wirtschaft und Politik, führte durch den Abend.

 

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