30. November 2017
"Konsequenzen für Sachsen aus dem Wahlergebnis zur Bundestagswahl"
Mit Michael Kretschmer, Generalsekretär des CDU-Landesverbandes Sachsen
Gespannt warteten die Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates auf den designierten Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer, in den Geschäftsräumen der IndiKar Individual Karosseriebau GmbH, deren Geschäftsführer, Ronald Gerschewski, die Türen für den Wirtschaftsrat geöffnet hat.
Foto: Wirtschaftsrat

Ein professioneller Imagefilm über das Unternehmen führte die Teilnehmer in die Veranstaltung ein. Das Unternehmen fertigt individuelle Karosserien, individualisierte Fahrzeuge, wie extralange Limousinen und bietet Sonderschutzlösungen bzw. Fahrzeugpanzerungen an. Die Anwesenden konnten sich am Ende der Veranstaltung selbst ein Bild über die Bandbreite und Fertigungstiefe des Unternehmens anhand eines Firmenrundgangs verschaffen.


Konzentriert lauschte die Zuhörerschaft nun Herrn Kretschmer, der einen Bogen von der aktuellen Lage in Berlin (bisher noch ohne neue Bundesregierung) über seine Vita als Handwerker und Wirtschaftsingenieur bis hin zum Flüchtlingsthema spannte. Dabei stellte er u.a. heraus, dass eine Minderheitsregierung keine dauerhafte Option für Deutschland darstellen könne, weil eine solche zufallsabhängig und erpressbar agieren würde. Der Sächsische CDU-Generalsekretär machte deutlich, dass das Thema „Flüchtlinge und verfehlte konsequente Rückführung“ das Kernthema in der Bevölkerung und wahlentscheidend war. In Sachsen sind z.B. 7.000 der 24.000 Flüchtlinge ausreisepflichtig. Derzeit existiere aber nur mit Tunesien ein Rücknahmeabkommen, was auf andere Länder auszuweiten ist. Auch eine stärkere Konsequenz in der Rückführung ist absolut notwendig, da die aktuellen Rechtsgrundlagen dafür vorhanden seien.

 

Was aber wird der künftige Ministerpräsident verbessern, um letztlich die CDU in Sachsen wieder zur stärksten Kraft zu machen? Sachsen ist ein innovatives Bundesland, mit einer ansehnlichen Exportquote. Hier liegen weitere Potentiale, z.B. bei Investitionen in Forschung & Entwicklung und vor allem in Bildung. Richte man das Studium eher an der Wirtschaft aus, so würden wichtige Impulse für die Fortentwicklung des eingeschlagenen Wachstumspfades gelegt. Die Fachkräfte der Zukunft müssten nicht unbedingt aus dem Ausland rekrutiert werden, gelingt es, die Expertisen der Fachhochschulen, der in Sachsen ansässigen Forschungsinstitute und der Universitäten besser für die mittelständischen Unternehmen zu nutzen. Im Freistaat existieren bereits regionale Wachstumskerne, die es überdies auszubauen gilt. 

Foto: Wirtschaftsrat

Klar sprach sich Herr Kretschmer auch für eine Energiepolitik mit Augenmaß und gegen ein voreiliges Abschaffen der Braunkohlekraftwerke mit verheerenden Konsequenzen für die Lausitz aus. Hierbei wäre nämlich der Ersatz von einheimischer Kohle durch Gas aus dem Ausland die Folge, was nicht im Sinne der sächsischen Wirtschaft sei. 


In der Bildung, immer ein Kernthema, wenn es um die Zukunft einer Region geht, seien längeres gemeinsames Lernen und eine starke Oberschule angezeigt. Dem Lehrermangel wolle man sich nun auch in Sachsen stärker widmen, denn für die jährlich 1.500, in den Ruhestand gehenden Lehrer werden zwar 1.700 an Sachsens Unis ausgebildet, wovon aber 900 nach dem Studium den Freistaat wieder verlassen. Dies mache eine Lücke von 800 fehlenden Lehrern im Jahr aus. An dieser Stelle ist auch ein Hinweis auf die Lehrer an freien Schulen angebracht, denn diese werden schlechter bezahlt, obwohl sie mindestens die Leistung eines Lehrers an öffentlichen Schulen erbringen. 


Herr Kretschmer wird sich als künftiger Ministerpräsident Sachsens für Investitionen in gut ausgebildete Köpfe, für eine bessere Pflegesituation im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts, für eine Überwindung der Flüchtlingskrise, für innere Sicherheit, für die Entwicklung der ländlichen Regionen und für kleine und mittelständische Unternehmen stark machen, insbesondere auch, um einem Verhalten, wie der Rückzugsabsicht von Siemens in Görlitz, zu begegnen. Möge all dies Herrn Kretschmer gelingen. Wir danken ihm und insbesondere auch Herrn Gerschewski von der InidKar GmbH für deren Anteile an der gelungenen Veranstaltung.