12. Juni 2013
Krankenhausmanagement in Stuttgart
Im Spagat zwischen Patientenwohl und Rentabilität
Die Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg hat die Chance, zur Leitbranche des 21. Jahrhunderts zu werden. Voraussetzungen für die Ausschöpfung des erheblichen Wachstumspotenzials sind eine zukunftsfähige Finanzierung und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, die unternehmerische Freiräume lassen und strukturelle Veränderungen ermöglichen, fordert der Wirtschaftsrat.
Dr. Ralf-Michael Schmitz, Geschäftsführer, Katharinenhospital (Foto: Wirtschaftsrat)

Trotz der immensen Wichtigkeit des Gesundheitswesens häufen sich die Negativschlagzeilen: ein immer „schlechter“ werdendes Gesundheitssystem, schlecht bezahlte Ärzte, die keine Zeit mehr für ihre Patienten haben, überfordertes, unterbesetztes Klinikpersonal und unrentable Kleinstadt-Krankenhäuser. Die Ärzte- und Krankenhauslandschaft in Deutschland befindet sich im Umbruch - die Zukunft scheint düster für kleinere Kliniken, zu Gunsten von größeren Wettbewerbern.

Wie kann also eine einzelne Klinik in Zeiten von Transplantationsskandalen und Ärztepfusch weiter rentabel bleiben, ohne dabei die wichtigste Qualität, die Fürsorge für den Patienten, im permanenten Rationalisierungswahn zu verlieren?

Joachim Rudolf, Sprecher der Sektion Stuttgart (Foto: Wirtschaftsrat)

Auch  Joachim Rudolf, Sprecher der Sektion Stuttgart, stellte diese Frage und betonte in seiner Einführung die immense Wichtigkeit einer Klinik als Wirtschaftsfaktor, aber auch als „Gesundheitszentrum“ für kranke Patienten.

Dr. Ralf-Michael Schmitz, Geschäftsführer des Katharinenhospitals Stuttgart, erläuterte den anwesenden Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrats, dass auch das Klinikum Stuttgart, trotz seiner beeindruckenden Größe (52 Unterkliniken mit über einer halben Million Patienten pro Jahr) auf grundlegende Veränderungen im Gesundheitswesen einstellen müsse.

Mit einer stetig wachsenden Rationalisierung und einer damit einhergehenden Verringerung der Margen kämpfen viele Kliniken um Ihre Existenz. „Durch den enormen Wettbewerb, der mittlerweile in ganz Deutschland zu beobachten ist, werden in den nächsten 15 Jahren circa ein Viertel der Krankenhäuser vom Markt verschwinden“, prognostizierte Dr. Ralf-Michael Schmitz. Folglich ist es umso wichtiger, wirtschaftlich rationale Entscheidungen zu fällen, ohne dabei jedoch die Qualität der Patientenversorgung zu verringern.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Um diesen unternehmerischen Spagat zwischen Rentabilität und Qualität zu schaffen, erläuterte Dr. Schmitz ein wirtschaftliches Konzept, welches  unter anderem die Ausnutzung rentabler Nischenmärkte wie z.B. ein spezielles Prothesenzentrum vorsieht. Des weiteren müsse jedes Zentrum individuell auf die jeweiligen Marktveränderungen reagieren können, um die Wirtschaftlichkeit weiter zu wahren.

„Erfolg hat nur der, der etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.“- mit diesem Zitat von Thomas A. Edison schloss Dr. Ralf-Michael Schmitz die Veranstaltung ab.