08. Februar 2017
Krankenhausversorgung an der Saar ist zu teuer und zu wenig spezialisiert
TK-Vertreter zu Gast beim Wirtschaftsrat Saarland
Der Vorsitzende des Wirtschaftsrates im Saarland, Wolfgang Holzhauer, hat für die nächste Parlamentsperiode die Fortsetzung des konsequenten Reformkurs im Saarland gefordert.
Dafür stünde aber nur begrenzte Zeit zur Verfügung, nachdem über die Neuregelung des Länderfinanzausgleichs gute Zukunftsperspektiven eröffnet worden seien. Nach etwa zwei Jahren würde sich das Fenster für große Strukturreformen wieder schließen.

Dazu zählt laut Holzhauer auch die Krankenhausreform, um eine qualitativ hochwertige und dennoch bezahlbare stationäre Versorgung an der Saar zu gewährleisten. Wie vielschichtig und politisch brisant gerade dieses Thema ist, zeigten Vorträge von Jörg Manthey, Fachbereichs-leiter ,,Stationäre Versorgung" der Techniker Krankenkasse (TK), und Jörn Simon, Chef der TK-Landesvertretung im Saarland.


Das Saarland fällt nach den Worten der TK-Fachleute im  Bundesländervergleich meist negativ aus dem Rahmen. Lediglich bei den Ausbildungsanstrengungen, also  beim Nachwuchs falle die Saar positiv auf. 


Einen negativen Punkt bilden beispielweise die Investitionen, die im Saarland deutlich unterdurchschnittlich ausfallen. So liegt der Anteil der Investition-Fördergelder an den Gesamtausgaben der Krankenkassen für Krankenhäuser mit 2,3 Prozent deutlich unter dem Bundeswert von vier Prozent. Anders ausgedrückt: Die Ausgaben pro Fall für Investitionen liegen an der Saar bei 104,67 Euro, im Bund bei 141,60 Euro.


Von den Patienten wird die Versorgung hier zu Lande indes als ,,gut" befunden, was Qualität und Patientenzufriedenheit angeht. Es besteht eine breite Grundversorgung bei sehr guter Erreichbarkeit. Die Anzahl der Pflegekräfte liegt zehn Prozent über dem Bundesschnitt.
Das wird mit sehr hohen Preisen erkauft. Viele kleineStandorte mit niedrigem Spezialisierungsgrad führen zu einer hohen Krankenhausdichte, bei häufigen Doppelstrukturen. Zudem ist die Inanspruchnahme ausgesprochen hoch.


Daraus ergibt sich laut Manthey und Simon die Notwendigkeit von grundlegenden strukturellen Veränderungen. Diese müssten mehr Spezialisierung bringen, dem Patienten aber längere Anfahrwege zumuten. 

Impressionen
Landesvorsitzender Wolfgang Holzhauer begrüßt die Mitglieder und Gäste (Foto: Wirtschaftsrat)
1 / 5

Die Präsentationen von Jörg Manthey und von Jörn Simon können Mitglieder bei der Landesgeschäftsstelle anfordern.