22. März 2017
Künstliche Intelligenz - potenzieller Wachstumsfaktor oder Bedrohung der Wirtschaft?
Die Landesfachkommission Familienunternehmen & Mittelstand diskutierte mit führenden Experten die wirtschaftliche Relevanz von künstlicher Intelligenz und gab den Teilnehmern einen tieferen Einblick in den potentiellen unternehmerischen Nutzen.
v.l.n.r.: Irene K. Müller, Chris Boos, Annika Schröder, Erhard Seeger und Daniela Diethelm (Foto: Wirtschaftsrat)

Irene K. Müller, Managing Director & Leiterin Region Zentral UBS Europe SE, und Daniela Diethelm, Managing Director & Stellvertretende Leiterin Germany & Austria Int. UBS Switzerland AG, eröffneten die Veranstaltung mit der Vorstellung des UBS Innovation Circle. Hierzu wird es im Jahre 2017 eine interaktive und fundierte Veranstaltungsreihe zum Thema Künstliche Intelligenz geben. Diese wird sowohl aus Praxisberichten und visionären Vorträgen als auch dem aktivem Austausch über hochrelevante Themen bestehen.

 

„Haben Sie schon mal mit einem Gerät gesprochen?“, mit diesem Worten begann Annika Schröder, Direktorin UBS Group Innovation der UBS AG, eine Live Umfrage. Thema: Künstliche Intelligenz. 90 Prozent der Teilnehmer beantworteten dieses Frage mit ja.

Auf die Nachfrage mit welchem Gerät sie gesprochen hätten, gaben 40 Prozent an, mit dem Smartphone, 25 Prozent mit dem Auto, und immerhin noch 16 Prozent mit dem Computer gesprochen zu haben. Diese Erfahrung empfanden fast 60 Prozent der Teilnehmer als positiv. „Künstliche Intelligenz ist ein Haupttreiber der vierten industriellen Revolution“, so Schröder weiter. Unser Verständnis von künstlicher Intelligenz schließt dabei folgende Fähigkeiten ein: Maschinelles Lernen, Bilderkennung, Sprachverarbeitung und Spracherkennung. Die Grundlage der künstlichen Intelligenz bildet die Datenanalyse. „Alles beginnt mit Daten“, erklärte Schröder. „Die Voraussetzungen für künstliche Intelligenz waren noch nie besser, denn nie zuvor war die Verarbeitung großer Datenmengen so einfach und günstig.“ So müssten wir künstliche Intelligenz sehr ernst nehmen, da sie heute umsetzbar sei. „Durch Computer, die komplexere Aufgaben in komplexeren Umgebungen bewältigen können eröffnet künstliche Intelligenz ein neues Kapitel in der Automatisierung“, so Schröder abschließend.

„Künstliche Intelligenz geht uns alle an“, erklärte Chris Boos, Founder & CEO arago GmbH, eingehend. „Künstliche Intelligenz ist eine größere Bedrohung für die Menschheit als der Klimawandel“ oder „Neue Technologien werden die Old Economy vernichten“ sind nur zwei der polarisierenden Zitate, mit denen Boos in seinen Vortrag einführte. „Künstliche Intelligenz ist heute jedoch keine Option mehr, sondern ein Muss für jedes Unternehmen“, mahnte Boos die Teilnehmer eindringlich. Die meisten Unternehmenslenker würden den Effekt der künstlichen Intelligenz auf ihr Geschäft jedoch unterschätzen. „Jeder nur denkbare Prozess wird in der Zukunft von einer künstlichen Intelligenz übernommen“, so Boos weiter. „Dabei gehören zu einer starken Künstlichen Intelligenz nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch die Fähigkeit Probleme zu lösen“, erklärte Boos. „Bis jetzt gab es immer eine direkte Beziehung zwischen einer Marke und ihren Kunden“, so Boos weiter. Mit den neuen „Assistenten“ liefern Network Effect Companies jedoch jedes Produkt und jede Dienstleistung direkt zum Kunden. Der Point of Scale würde so in die Plattformen wandern. „Plattformen agieren exponentiell und denken groß. Sie suchen sich Industrien aus, die Milliarden berühren“, gab Boos zu bedenken. Der Schlüssel zum Erfolg liege darin selbst exponentiell zu werden. Um zu überleben bräuchten Unternehmer eine starke Marke, außergewöhnlichen Service und Innovation. „Verabschieden Sie sich bitte von der Idee, dass künstliche Intelligenz nur etwas für Internetkonzerne ist“, appellierte Boos abschließend.

Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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