15. Mai 2017
Land- und Forstwirtschaft - Wirtschaftskraft heben und nutzen
Hauptredner: Sn. Kgl. Hoheit Michael-Benedikt Erbprinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, Herzog von Sachsen, Graf von Wettin und Oberhaupt des Gesamthauses Wettin.
Aus lokalen Gegebenheiten Chancen für Regionalentwicklung und Tourismus ziehen
Foto Karsten Seifert: Begrüßung der Gäste und Redner durch den Sektionssprecher Thomas Wolf

Auch ein Grenzertragsstandort kann mit Vision und der richtigen Strategie durchaus eine Unternehmensbasis für Inhaber und 20 Mitarbeiter bilden. Dies stellte Gastgeber Heinz Bley, Begründer der Thüringeti und Geschäftsführer der Agrar GmbH Crawinkel eindrucksvoll den knapp 30 Mitgliedern und Gästen der Westthüringen-Sektion im Wirtschaftsrat Deutschland im Rahmen der Veranstaltung zu Herausforderungen für die Land- und Forstwirtschaft am 15. Mai 2017 vor.

 

Seine Böden weisen Bodenwertzahlen von maximal 20 (Idealfall wäre 100) auf. Die Fortführung einer klassischen Landwirtschaft mit Anbau von zum Beispiel „Energie-Pflanzen“ würde in einer Zerstörung der Landfläche münden. Mit der neu gegebenen Bestimmung beispielsweise als „Wilde Weide“ wurde jedoch die Erhaltung der Landschaft und Böden gesichert. Touristisch lässt sich diese quasi unberührte ursprüngliche Natur mit dem Projekt Thüringeti Crawinkel vermarkten. Dieser Modellcharakter, so waren sich die Diskutanten abschließend einig, müsse thüringenweit und vor allem zeitnah in Entwicklungskonzepte und Nachahmerprojekte für Wirtschaft/Landwirtschaft sowie Tourismus münden.

 

Im Hauptvortrag beschrieb und erläuterte Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, selbst Waldbesitzer und Forstwirt mit 2.500 Hektar Eigenbesitz, die Forsten in ihrer Eigenschaft als Wirtschaftsgut. So würden immerhin jährlich etwa 400 Milliarden Euro durch die rund 1 Million Beschäftigten der Waldwirtschaft erwirtschaftet. Beim Thema Wald als Kulturgut bemängelte er Uneinsichtigkeit der Lager und deren eher hemmenden konträren Meinungen, die fast nie sachlich ausdiskutiert werden würden.

 

Verantwortung trügen die Waldwirte insbesondere bei der Erhaltung des Waldes für die Menschen dieser und nachfolgender Generationen. Hier wünschte er sich seitens der Politik wesentlich mehr Verständnis, wobei der kurzfristige Abbau der überbordenden Bürokratie ein erster maßgeblicher Schritt wäre.

 

Als Vertreter der Landespolitik beklagte auch Marcus Malsch MdL, Sprecher für Landwirtschaft und Forsten der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, diese faktisch nur aus ideologischen Sichtweisen heraus gefällten Entscheidungen beispielweise zu Flächenstilllegungen (Urwald) oder auch der zusätzlich verpflichtenden FSC-Zertifizierung anstelle des bisherigen, vernünftigen PFC-Siegels. Leider sende die Regierungskoalition des Freistaates damit und auch sonst eher die falschen Signale in puncto Wirtschaft, Tourismus und sogar auch in Richtung Natur-, Klima- und Artenschutz.

 

Als Chance formulierte Thomas Wolf, Sprecher der Sektion Westthüringen im Wirtschaftsrat der CDU e. V. die Forderung des Unternehmerverbandes nach mehr extensiver Nutzung der Landwirtschaft: „Dies dient dem Erhalt und der Pflege der Kulturlandschaft. Gleichzeitig bildet dies die Grundlage für profitable Geschäftsmodelle, die einhergehen mit höchst qualitativen, saisonalen Produkten der Region, wobei die Intensivierung einer lokalen Vermarktung forciert und gefördert werden muss!“

Foto Karsten Seifert: Hauptredner Sn. Kgl. Hoheit Michael-Benedikt Erbprinz von Sachen-Weimar-Eisenach, Herzog von Sachsen, Graf von Wettin und Oberhaupt des Gesamthauses Wettin
Foto Karsten Seifert: v.l.n.r. Andreas Elm von Liebschwitz, Marcus Malsch, Michael-Benedikt Erbprinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, Thomas Wolf, Heinz Bley
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Andreas Elm von Liebschwitz
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