28. Juni 2011
Sektion Odenwald
Landesvorsitzender: „Kollektiver Egoismus ist ein Problem“
Prof. Schetter kritisiert übereilten Umstieg auf erneuerbare Energien
Die Sektion Odenwald des Wirtschaftsrates beschäftigte sich mit dem hochaktuellen Thema der Verschuldung Deutschlands. Der bis auf den letzten Platz besetzte Saal der Volksbank e.V. Odenwald zeugte von großem Interesse an der Thematik.

Schetter stellte fest, dass der Titel seiner Vortrages „Sozialstaat am Limit“ fast eine Verniedlichung des gegenwärtigen Zustandes in Deutschland darstellt. „Deutschland lebt schon seit Jahren auf Pump. 8000 Milliarden offene und verdeckte Schulden sind zu verzeichnen und dies trotz des wirtschaftlichen Wachstums der letzten Jahre. Die Einnahmen des Industriestandortes Deutschland werden im Haushalt durch Soziales und Zinsen aufgebraucht. Man muss sich vor Augen halten, dass die Hälfte der Bürger in irgendeiner Form Transferempfänger sind.“

 

„Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, wir sind die reichste Generation, die jemals gelebt hat – aber auch gleichzeitig die Generation, die die meisten Schulden angehäuft hat und keiner kann sagen, er hätte es nicht gewusst“, zitiert Schetter den Hessischen Ministerpräsident Volker Bouffier in diesem Zusammenhang.

 

Problematisch sieht Schetter die steigende Beliebtheit und den Aufschwung der Grünen bei den jüngsten Landtagswahlen. Er äußert Zweifel, ob die Partei zur Zukunft Deutschlands als Industriestandort stehe. Es könne nicht sein, dass die Grünen ihre eigene parlamentarische Position durch Mitwirkungen in Demonstrationen - in der gleichen Sache - konterkarierten. Der Landesvorsitzende sieht in der immer stärker werdenden „not in my backyard“- Gesellschaft ein großes Problem der Zukunftsfähigkeit. „Es fehlt ein Nachhaltigkeitsgedanke für die nächste Generation. So wird arglos demonstriert als würde man zu einem Event gehen. Dieser kollektive Egoismus wird mehr und mehr zum Problem.“

 

„Entscheidend ist, was die CDU in diesem Zusammenhang leisten kann und wird.“ Gerade in Baden-Württemberg brauche die CDU „ein Gesicht“, um zur alten Stärke zurückzukehren.

 

„Die CDU muss wieder wissen was sie will und auch bereit sein, 'nein' zu sagen. Nicht unsinnige Kompromisse, sondern eine Rückbesinnung auf eine Bürgerliche Partei mit klarer Weltanschauung ist gefragt, um verunsicherte Stammwähler wieder auf ihre Seite zu ziehen. Dies muss in programmatische Botschaften gegossen werden, die auch zur Lufthoheit über Stammtischen geeignet sind. In diesem Zusammenhang darf der Wirtschaftsrat die CDU nicht schlecht reden, aber geordnete Distanz kann das Gebot der Stunde sein: Nicht Gefolgschaft in Schwäche, sondern Partnerschaft in Stärke muss hier die Devise sein.“