19. September 2016
"Letztendlich zählt der Preis"
Holger Krahmer über die Herausforderungen der Opel AG
Welchen Herausforderungen muss sich die Opel AG stellen? Wie sieht die derzeitige wirtschaftliche Lage beim Rüsselsheimer Automobilbauer aus? Auf Einladung der Sektion Groß-Gerau und der LFK Familienunternehmen und Mittelstand beantwortete Holger Krahmer, Director European Affairs, Public Policy and Government Relations der Opel AG, diese Fragen. Dabei sprach Krahmer vor allem über die aktuellen Schwierigkeiten, die sich insbesondere durch die Russlandkrise und den Brexit ergeben.
Holger Krahmer (Foto: Wirtschaftsrat)

„Die Herausforderungen von Opel sind vielfältig“, eröffnete Krahmer seinen Vortrag. Nach der Krim-Krise und dem daraus folgenden Rückzug vom russischen Markt sei der Brexit der nächste Nackenschlag gewesen. Schließlich produziert Opel 20-25 Prozent seiner Fahrzeuge in Großbritannien. „Trotzdem hat Opel nach zuletzt schwierigen Jahren in die Erfolgsspur zurückgefunden.“ In den ersten beiden Quartalen schlug sich dies auch in den Zahlen nieder. Dies liege vor allem an den guten Verkaufszahlen der Modelle Corsa und Astra. In Spanien ist Opel mittlerweile Marktführer und auch in anderen Ländern unter den Top 3 zu finden. Jedoch ist der Erfolg in Europa stark vom Marktanteil in Deutschland abhängig; hier habe Opel allerdings noch Nachholbedarf.

 

Auch der Dieselskandal macht Opel zu schaffen. Dieser habe zu einem Reputationsschaden des Dieselmotors geführt: „Der Dieselmotor wird wohl aus dem Kleinwagensegment völlig verschwinden“, prophezeite Krahmer. Die EU habe regulatorisch drastisch eingegriffen. Die vorgeschriebene Zuführung von Harnstoff führe zu einer Preissteigerung, die im Kleinwagensegment problematisch für Opel sei.

 

Eine Alternative zum Verbrennungsmotor stellt der Elektromotor dar. Hier ist Opel mit dem Modell Ampera vertreten. Der Elektromobilität fehlt jedoch die Massenmarktreife. Zum einen sind Autos mit Verbrennungsmotor günstiger zu erwerben. Zum anderen sind die Reichweiten der Elektroautos zu gering und die Infrastruktur noch nicht ausreichend ausgebaut. Darüber hinaus sei die Erwartungshaltung der Politik eine andere als die der Verbraucher. „Die Politik hat der Automobilbranche Klimaziele vorgegeben, die nur mit der Aufnahme von Elektroautos in die Fahrzeugflotte zu erreichen sind“ erklärt Krahmer abschließend. „Der Verbraucher hingegen schaut letztlich hauptsächlich auf den Preis, der aber auch mit Subventionen nach wie vor zu hoch ist.“

Foto: Wirtschaftsrat
Kontakt
Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
Telefon: 069 / 72 73-13
Telefax: 069 / 17 22-47