27. September 2016
Logistikbranche: Volkswirtschaftlicher Schaden durch Verkehrs-Situation im Land
Wirtschaftsrat Baden-Württemberg: Verkehrs-Resolution 2020 verabschiedet

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V., Landesverband Baden-Württemberg, fordert von der Landesregierung den Investitionsstau bei der Verkehrs-Infrastruktur zu beseitigen.

„Es ist schlichtweg ein Armutszeugnis, Tag für Tag, Stunde für Stunde die Verkehrssituation in Baden-Württemberg, speziell im Großraum Stuttgart und Tübingen ertragen zu müssen. In einer Woche steht unser Unternehmen in Summe garantiert 80 Stunden im Stau. Das verursacht einen Schaden von rund 10.000 Euro pro Woche. Wenn wir nicht aufhören, alle Entscheidungen eine Ewigkeit raus zu zögern - auch durch Gutachten, die sehr häufig durch Übernahme von Verantwortung der Verwaltungsangestellten absolut verzichtbar wären -  dann kommt in naher Zukunft alles zum Erliegen. Wir können nur dann Steuern bezahlen, wenn wir auch Geld verdienen. Dies wird zunehmend schwieriger, denn im Stau zu stehen bedeutet keinen Warentransport. Und das Ganze im industriestarken und logistisch absolut wichtigen Bundesland Baden-Württemberg!“, kritisiert Alexander Korn, Geschäftsführer von Korn Recycling, Mittelständler in Albstadt.

 

Der Wirtschaftsrat verweist in einer Resolution deshalb auf den neuen Bundesverkehrswegeplan, durch den der Bund die Voraussetzungen schafft, den großen Nachholbedarf in Baden-Württemberg abzubauen: „Die Landesregierung muss kurzfristig und ergebnisorientiert handeln. Der Landesvorstand des Wirtschaftsrats fordert das Verkehrsministerium unter Minister Winfried Hermann deshalb dazu auf, diese Gelder einzusetzen. Des Weiteren müssen die Regierungspräsidien mit adäquatem Planungspersonal ausgestattet werden. Es sollten gezielt Mitarbeiter mit Erfahrung in der Bauwirtschaft rekrutiert werden. Ist in den Straßenbaubehörden nicht genügend Planungskapazität vorhanden, sollten die Projekte an die Privatwirtschaft vergeben werden.“ „Auch die von Minister Hermann angekündigte Organisations-Untersuchung, wie die Straßenbauverwaltung optimiert werden kann, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Joachim Rudolf, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats in Baden-Württemberg. „Im Übrigen lehnen wir Fahrverbote ab. In Zeiten der Digitalisierung verlangen wir eine intelligente Vernetzung und eine Optimierung der Schnittstellen zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern.“

 

Denn: „Die Situation auf unseren Straßen wird zunehmend unerträglich. Ich denke hierbei insbesondere an die A 5 - den fehlenden Ausbau der dritten Fahrbahn - und die A 8, zu der mir nichts mehr einfällt, außer einem Kopfschütteln. In den Innenstädten ist ein Fortkommen kaum mehr möglich, die Politik verhindert schlichtweg jede vernünftige Fortbewegung. Wir sind täglich mit rund 800 Sicherheitsfahrzeugen auf den Straßen unterwegs, um die Bevölkerung reibungslos mit Bargeld zu versorgen. Die permanenten und langanhaltenden Staus sind für uns nicht nur zunehmend ein wirtschaftliches Problem, auch sicherheitsrelevant haben wir mittlerweile große Sorgen“, sagt Hans-Jörg Hisam, Chef von Ziemann Sicherheit. Der Logistiker mit Sitz in Schallstadt bei Freiburg beschäftigt ca. 2.600 Mitarbeiter. Rund 800 gepanzerte Spezialfahrzeuge starten täglich von 25 Standorten, um die Versorgung eines großen Teils der Bevölkerung mit Bargeld sicherzustellen.