24. März 2015
"Medizinischer Versorgung droht der Notfall"
Wirtschaftsrat im Austausch mit CDU-Landtagsabgeordneten
Zu einem Gedankenaustausch im Landtag traf sich die Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft des Wirtschaftsrates der CDU e.V. mit Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion. Faize Berger und Heinz-Jürgen Borowczak, die Vorsitzenden der Landesfachkommission, begrüßten Peter Preuß MdL, Sprecher für Arbeit, Gesundheit und Soziales der CDU-Landtagsfraktion, Walter Kern MdL, Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales und Ralf Nettelstroth MdL, Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Ausschuss für Kommunalpolitik, als fachkundige Gesprächspartner.
v.l.n.r. , Walter Kern MdL, Ralf Nettelstroth MdL, Faize Berger, Heinz-Jürgen Borowczak, Peter Preuß MdL (Foto: Wirtschaftsrat)

 

„Eine flächendeckende medizinische Krankenhausversorgung mit guter Qualität muss auch in Zukunft sichergestellt werden“, stellte Berger die Position des Wirtschaftsrates vor. Dieser Anspruch gelte vor allem für die ländlichen Regionen. Dieser Meinung schloss sich auch Preuß an: „Die im Krankenhausbedarfsplan vorgesehene Reduzierung von Kapazitäten darf nicht zu einer Unterversorgung führen. Im Radius von 20 Kilometern muss die Erreichbarkeit gewährleistet sein.“ Darüber hinaus bezeichnete er den Beschluss, die Anzahl der Notfallpraxen in Nordrhein-Westfalen zu reduzieren, als bedenklich. „Für die Krankenhäuser hat das erhebliche Belastungen zur Folge.“ Schon jetzt seien die Krankenhäuser stark vereinnahmt und bekämen die in diesem Zusammenhang erbrachten Leistungen von den Krankenkassen nicht kostendeckend vergütet. Durch die Schließungen von Notfallpraxen werde sich die Lage weiter zuspitzen, zu Lasten der Krankenhäuser und konsequenterweise auch zu Lasten der Patienten.


Handlungsbedarf bestehe auch angesichts des akuten Medizinermangels. Viele Ärzte würden angesichts sehr hoher Arbeitsbelastung und besserer Verdienstmöglichkeiten im Ausland Deutschland verlassen. Gerade in den Regionen abseits der Ballungsgebiete mache sich der Mangel bereits bemerkbar. „Insbesondere in ländlichen Räumen wie Ostwestfalen-Lippe wird es zunehmend schwieriger, Ärztinnen und Ärzte zu finden, die bereit sind, sich hier niederzulassen oder eine Praxis zu führen“, warnte Nettelstroth. In diesem Zusammenhang forderte er attraktivere Angebote für Mediziner und mehr Studienplätze für Medizinstudenten. Für Regionen mit geringer medizinischer Lehrstuhldichte sei es wichtig, die Hochschullandschaft auszubauen. Allerdings müssten die fertig ausgebildeten Mediziner auch zum Bleiben bewegt werden, so die Forderung von Nettelstroth und Kern.