25. August 2020
Merz und Wirtschaftsrat warnen vor Fristverlängerung bei Insolvenzanträgen
Reuters

Der CDU-Politiker und Wirtschaftsrats-Vize Friedrich Merz  warnt vor Überlegungen in der großen Koalition, angesichts der  Corona-Krise die Fristen im Insolvenzrecht zu verlängern. Seien Unternehmen erst einmal zahlungsunfähig, könnten sie keine  Eigenverwaltung mehr betreiben, sagte er laut "Rheinischer Post". Es solle "bitte keine  Verlängerung für Insolvenzanträge geben", ergänzte Merz. "Das reißt andere Firmen mit  runter." Man müsse der Wahrheit ins Auge schauen: "Es werden  viele Firmen in die Insolvenz gehen." Es ergebe keinen Sinn,  dies zu verlängern.  Ähnlich äußerte sich der Generalsekretär des  Wirtschaftsrates der CDU, Wolfgang Steiger. "Eine weitere  Verlängerung der Aussetzung, wie sie nun im Koalitionsausschuss  beraten werden soll, ist keine Antwort auf die drohende  Insolvenzwelle, sondern vertagt nur die Probleme. Sie birgt die  Gefahr, dass gesunde Unternehmen von zahlungsunfähigen Betrieben  in den Insolvenzstrudel gezogen werden", sagte Steiger den  Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vielmehr müsse darauf geachtet  werden, dass Unternehmen, die lediglich aufgrund der  Inanspruchnahme von Corona-Hilfen insolvenzrechtlich  überschuldet sind, Zugang zum Restrukturierungsverfahren haben.  "Gleichzeitig sollte das Schutzschirmverfahren erleichtert  werden, indem die Attraktivität der Eigenverwaltung erhöht und  die Auszahlung des Insolvenzgeldes verlängert wird", forderte  Steiger. 

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