09. September 2015
Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main: Herausforderung und Chance für eine nachhaltige Städtestruktur
Eine Region vor einer ökonomischen, strukturellen und sozialen Aufgabe
Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Fraktion des hessischen Landtages, folgte der Einladung zur Frühstücksveranstaltung von Dr. Lutz Raettig, Sektionssprecher Frankfurt des Wirtschaftsrates Hessen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Wirtschaftspolitik der Region Rhein-Main. Prof. Hans Helmut Schetter, Vizepräsident des Wirtschaftsrates Deutschland und Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Hessen, begrüßte die Gäste und eröffnete das Thema mit dem Bezug zur aktuellen Asyl- und Flüchtlingsproblematik und deren Auswirkungen auf die kommunale Wirtschaftspolitik ein.
Michael Boddenberg MdL (Foto: Wirtschaftsrat)

„Die Entwicklung der Metropolregion Rhein-Main rund um die Kernstadt Frankfurt bringt in vielen Bereichen deutliche Vorteile für die Kommunen hervor“, leitete Boddenberg seinen Vortrag ein. Besonders im Standortmarketing können die Kommunen zusammen viel erreichen. Der notwendige Zusammenschluss der einzelnen Gebiete führt dazu, dass die Region auf den internationalen Märkten bestehen kann. Die Qualität des Standorts Frankfurt kann dabei nur über die Qualität der angrenzenden Gemeinden gewährleistet werden. Deshalb steht neben der Verfasstheit der Metropolregion besonders die kommunale Autonomie im Vordergrund der Politik: die polyzentrische Struktur im Gebiet soll gewahrt werden.


Innerhalb der Politik sind jedoch einige grundsätzliche Fragen sehr kontrovers. „Doch besonders die wesentlichen Dinge funktionieren besser, als es oft dargestellt wird, wie beispielsweise die Abfallwirtschaft, die kulturelle Zusammenarbeit und besonders der RMV“, erklärte Boddenberg. 2,5 Millionen Menschen pendeln täglich innerhalb der Region, der Rhein-Main-Verkehrsbund beansprucht eine Gesamtfläche von 14 Quadratkilometern für die Vernetzung der Infrastrukturen.


Doch die Entwicklung bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Wohnen und Arbeiten innerhalb der Region bilden weiterhin Schwerpunkte der aktuellen ökonomischen, ökologischen und strukturellen Diskussion. Hinzu kommt aktuell die soziale Aufgabe der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern. „Betrachtet man die aktuelle Situation in den Kommunen, so wird eins klar: es müssen Strukturen geschaffen werden, die eine nachhaltige und umfassende Lösung der Flüchtlingsdebatte garantieren. Bildung und Integration spielen hier maßgeblich eine Rolle“, verdeutlicht Boddenberg.


In der anschließenden Aussprache ging es hauptsächlich um die aktuelle Situation der Kommunen und der Flüchtlinge. „Eine nachhaltige Integrations- und Sozialpolitik stellt die einzige Lösung dar. Hier müssen sowohl die Politik als auch die Wirtschaft Mittel und Wege finden“, so Boddenberg abschließend.