10. Februar 2016
Landesfachkommission Logistik & Infrastruktur
Metropolregion Hamburg 2020: Verkehrsinfrastruktur und ihre Auslastung
Zu diesem Thema stellte Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor und Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), in der Februar-Sitzung der Landesfachkommission Logistik & Infrastruktur eine Studie seines Instituts vor.
Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor und Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (Foto: Wirtschaftsrat; Archivbild)

Die von Vöpel vorgestellte Analyse gibt, ausgehend von verschiedenen Wachstumsszenarien des Hafenumschlags zwischen 2011 und 2020, einen Ausblick auf die Verkehrssituation Ende des Jahrzehnts in Hamburg.

 
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass – bei einem moderaten Hafenumschlagswachstum von 4,1 Prozent pro Jahr – der Lkw-Verkehr in und um Hamburg um bis zu 45,1 Prozent zunehmen würde, der Bahnverkehr um bis zu 82,9 Prozent. Ein optimistischeres Hafenumschlagswachstum von 6,1 Prozent pro Jahr würde eine Zunahme des Lkw-Verkehrs um bis zu 58,5 Prozent und eine Zunahme des Bahnverkehrs um bis zu 104,3 Prozent zur Folge haben.

 
Zu beachten ist bei diesen Prognosen allerdings, dass die zugrunde gelegten Erwartungen an das Wachstum des Hafenumschlags von 4,1 bzw. 6,1 Prozent bereits einige Jahre alt sind und von der Realität mittlerweile überholt wurden. So ist etwa in 2015 der Hafenumschlag im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent zurückgegangen. Hier machen sich die Wirtschaftsprobleme in China und Russland bemerkbar. In 2013 hatte der Hafenumschlag im Vorjahresvergleich noch um 6,2 Prozent zugelegt. In 2014 erreichte der Gesamtumschlag 145,7 Millionen Tonnen – das bisher beste Ergebnis in der Hafengeschichte. Angesichts solcher Schwankungen, dies machte Vöpel deutlich, sind auch andere Entwicklungsszenarien möglich.


In jedem Fall aber muss das Verkehrsaufkommen in der Hansestadt besser gesteuert werden. Um die Verkehrsprobleme lösen zu können, ist für den Direktor des HWWI neben Konzepten zum innerstädtischen Verkehr auch die Entwicklung der überregional bedeutenden Verkehrsinfrastruktur wichtig. Die Hafenquerspange (A26) erscheine sinnvoll zur Abwicklung von Hafenverkehr und der Ausbau der Schieneninfrastruktur (Y-Trasse oder Alternativen) werde aufgrund bereits jetzt existierender Überlastung im Raum Niedersachen unabdingbar. 

 

Eine Erhöhung der Kapazität im Schienenverkehr könne ebenfalls durch eine verbesserte Steuerung (Taktung, Überholgleise) ermöglicht werden. Zusätzliche Spuren auf den Autobahnen seien wegen des tageszeitabhängigen Verkehrs nur bedingt sinnvoll und sollten besser durch eine tageszeitabhängige Maut für Pkw ersetzt werden. Auch die im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung mögliche stärkere Vernetzung der Informationssysteme würde über eine intelligentere Verkehrssteuerung (z.B. bei der Parkplatzsuche) die verkehrlichen Belastungen deutlich reduzieren. Längerfristig wird auch das autonome Fahren von Lkws (z.B. in „Zügen“ auf der Autobahn) die Zahl der Unfälle und damit Störquellen für Staus erheblich herabsetzen.

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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