24. März 2014
Mitarbeiter finden und binden
Vortragsveranstaltung der Sektion Wetzlar beleuchtete Probleme
„Mitarbeiter finden und binden“ – so das Thema einer Vortragsveranstaltung, zu der die Sektion Wetzlar eingeladen hatte. Wie schwierig allein schon die Suche nach geeigneten Mitarbeitern ist, machte Detlef Volmer deutlich, Geschäftsführer der Hastamat GmbH (Lahnau).
v.l.n.r.: Hendrik Adam; Michael Diehl; Detlef Volmer (Foto: Wirtschaftsrat)

„Meine Bewerberquote liegt bei -14 Prozent“, so Volmer. Von den wenigen Bewerbern auf eine Stelle kämen die meisten nicht einmal infrage. „Dabei schrauben wir unsere Ansprüche bereits zurück.“ Volmer betonte, wie wichtig es sei, im regionalen Raum Mitarbeiter zu finden: „Ich suche nicht nach Berufspendlern oder „Job-Hoppern. Ich suche Menschen, die hier regional verwurzelt sind, wie zum Beispiel über Sportvereine, die Politik, die Kirche oder auch die Feuerwehr. Besonders Langfristige Arbeitsverhältnisse tragen das Unternehmen.“ 

 

Natürlich entstünden auch Nachteile durch regionale Bindungen. So würden viele Frauen aus der Voll- in die Teilzeit zurückgehen, um etwa  ihre Eltern aktiv zu pflegen. „Der demographische Wandel ist auch an dieser Stelle spürbar“, klagt Volmer. Die Zahl der auszubildenden Mitarbeiter richte sich konsequent nur nach Bedarf des Vertriebes. Das duale Studium, Werbung und Bewerberpflege hält Volmer für essentielle Stützen mittelständischer Unternehmen. 

 

Wie wichtig Kommunikation ist, schilderte der Schulleiter der Werner-von-Siemens Schule in Wetzlar, Michael Diehl. Einige seiner Schüler landeten als Bewerber bei Hastamat. „Wir engagieren uns sehr, um möglichst alle Schüler mitzunehmen, auch die, die ein bisschen länger brauchen“, sagte Diehl. Volmer bekräftigte in diesem Zusammenhang: „Eine Volkswirtschaft funktioniert dann am besten, wenn nicht eine Elite, sondern die große Masse gefördert wird.“ Die Werner-von-Siemens-Schule bietet nach Auskunft Diehls hierfür ein sehr breites Feld an Ausbildungsmöglichkeiten und legt besonderen Wert auf die Förderung der so genannten „MINT“-Fächer.

 

Aus der anschließenden Diskussion ging noch einmal hervor, wie wichtig Information ist: So wüssten viele Schüler nicht einmal um die Angebote vor Ort, und nicht jeder sei zufrieden damit, eine Stunde und mehr zur Arbeit pendeln zu müssen. Trotzdem: „Wer einmal in Frankfurt war, der ist dann auch weg“, so Volmer. „Ich kann nicht mehr tun als zu versuchen den potentiellen Arbeitnehmern die Region schmackhaft zu machen.“