25. Juni 2015
Kieler Woche-Empfang des Landesverbandes mit Ehrengast Ivan Khotulev
Miteinander reden - nicht übereinander!
Deutsch-Russische Verbindungen in Krisenzeiten
Es wäre gut, wenn sich die politischen Entscheidungsträger ein Beispiel am russischen Zar Peter III. nehmen würden, sagte der Generalkonsul der Russischen Föderation aus Hamburg, Ivan Khotulev, auf einem Empfang des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein im Rahmen er Kieler Woche im Hause Wiegert Werner & Partner an der Hörn.
Der russische Generalkonsul Ivan Khotulev (Mitte) im Gespräch mit Landtagspräsident Klaus Schlie (re) und Helmut Knüpp (Vorstandsvors. Wankendorfer Baugesellschaft) / Foto: Wirtschaftsrat

Peter III., für den vor einem Jahr ein Denkmal am Kieler Schloß aufgestellt wurde, sei ein Friedensstifter gewesen. Politik und Handel bestimmen seit Jahrhunderten das Verhältnis zwischen Ruß land und Deutschland. Bis vor eineinhalb Jahren seien diese Beziehungen eine Erfolgsgeschichte gewesen mit einem jährlichen Warenaustausch zuletzt in Höhe von 80 Milliarden Euro.

 

„2014 erleben wir durch die von der EU ausgesprochenen Sanktionen jedoch einen Einbruch von 18 Prozent, der sich in diesem Jahr fortsetzt“, so der Konsul. Besonders betroffen sei der Auto- und Maschinenbau. In deutschen Medien werden vermittelt, daß für Deutschland kein großer Schaden entstehe. „Das trifft so nicht zu“, erklärte Khotulev, es möge für die Gesamtwirtschaft stimmen, für die einzelnen betroffenen Firmen sei das jedoch eine zynische Einstellung.

 

„Wir müssen wieder Vertrauen aufbauen und haben das Ziel, günstige Bedingungen für ausländische Firmen zu schaffen“, so der russische Diplo mat. Eine kurzsichtige Politik sollte
die ge wachsenen Handelsbeziehungen nicht aufs Spiel setzen. Auch sehe er die aktuelle Krise nicht als Grund für den Vertrauensverlust. „Die Entwicklung hat bereits in den 90er Jahren begonnen“, so Khotulev. Erst in den vergangenen drei Jahren habe sich die Lage zugespitzt. Bis dahin schien die deutsch-russische Entwicklung als eine große Erfolgsgeschichte.


Dabei solle Politik Türen öffnen statt sie zu schließen, so Sektionssprecher Reimer Tewes. Glücklicherweise gab es in der Vergangenheit stets Personen, die diese Chance genutzt hätten. Gastgeber Christian Wiegert: Gerade aufgrund der Ukraine-Krise dürfe man nicht in Sprachlosigkeit verfallen. Kein Problem der Welt könne gegen Rußland gelöst werden – und sollte es auch nicht. In Dialog treten bedeuten auch: Sich gegenseitig zu respektieren und eine intuitive Abwehr abzulegen. Jetzt gelte es, Verständnis und Vertrauen auf beiden Seiten wieder aufzubauen und: miteinander und nicht übereinander zu reden. kp

Kontakt
Dr. Bertram Zitscher
Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Schleswig-Holstein
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