15. März 2017
Landesfachkommission Infrastruktur und PPP
"Miteinander reden ist immer besser als übereinander"
Expertengespräch: Verkehrsinfrastrukturprojekt A 10 - Ausbau im Abschnitt AD Nuthetal – AD Potsdam
Der Berliner Südring ist Bestandteil des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) und des Paneuropäischen Verkehrskorridors von Deutschland nach Russland. Dem achtspurigen Ausbau des rund neun Kilometer langen Autobahnabschnitts, im Bereich des südlichen Berliner Ringes, zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal (Potsdam-Mittelmark), kommt eine besondere Bedeutung zu. Der Abschnitt übernimmt eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen den Autobahnen A2 und A9 sowie der A115 in Richtung Berlin. 2015 wurden täglich 100.000 Fahrzeuge gezählt, davon ist jedes fünfte ein LKW, Tendenz steigend.

Foto: Wirtschaftsrat

Bauassessor Dipl.-Ing. Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, zeigte den Mitgliedern im Expertengespräch die Herausforderungen des für das Land Brandenburg so bedeutenden Großprojektes auf. Brandenburger sagte, dass in Partnerschaftlicher Projektabwicklung bis zum Jahr 2020 die 8,9 Kilometer lange Strecke von bisher sechs auf acht Spuren erweitert werden solle, um den im Jahr 2025 erwarteten Verkehr von rund 125.000 Fahrzeugen täglich bewältigen zu können. In dem verkehrsreichen Abschnitt liegen vier Knotenpunkte, die als Störungsstellen im Verkehrsablauf auch in der Unfallbilanz auffällig sind, aufeinander.

Die hohe Auslastung dieses Verkehrsabschnittes führte, trotz intensiver Kommunikation der Verkehrsführung und dem Dialog mit den Bürgern vor Ort, insbesondere zu Baubeginn zu Dauerstau und einem sprunghaften Anstieg der Unfallzahlen. Durch den überdurchschnittlich hohen LKW-Anteil und die Unstetigkeit in der Verkehrsführung des Baustellenbereiches kam es vermehrt zu fehlerhaften Fahrstreifenwechseln, Missachtungen des Reißverschlusssystems und unzureichenden Sicherheitsabständen. Die Verkehrsführung und deren Kommunikation ist jedoch nur eine der großen Herausforderungen, denen sich die DEGES als Bauherr gegenüber sieht. Zudem erfordere das Projekt individuelle Lösungen wie temporäre Lärmschutzwände, die Verlegung der nördlichen Richtungsfahrbahn um das Nadelöhr des Bahnbauwerkes oder die Kapazitätserweiterung der Tank- und Rastanlage Michendorf-Süd. Die zügige Fertigstellung des 150-Millionen-Projektes ist für den internationalen Transitverkehr zwischen den zentraleuropäischen Ländern und Osteuropa von erheblicher Bedeutung.

Herr Brandenburger hob bei seinen Ausführungen hinsichtlich einer erfolgreichen Projektdurchführung und -abwicklung insbesondere die in der Praxis sehr wichtige „partnerschaftliche Bauabwicklung“ wie sie auch von der Reformkommission Großvorhaben der Bundesregierung bei der Realisierung von Infrastrukturprojekten gefordert wird, hervor. Herausgehobene Bedeutung bei der Realisierung von Infrastrukturvorhaben hätte ferner die zügige Schaffung von Baurecht als auch das Erkennen und Realisieren von Optimierungsmöglichkeiten im Projekt. Dies wird von den Teilnehmern ausdrücklich begrüßt. Herr Brandenburger ging in seinen Ausführungen des Weiteren auf die aktive Nutzung von Schlichtungsmechanismen bei komplexen Infrastrukturvorhaben ein und thematisierte die angemessene Abwägung von Preis gegenüber Kompetenzkriterien im Vergabeverfahren.


Die Präsentation von Bauassessor Dipl.-Ing. Dirk Brandenburger steht den Mitgliedern des Wirtschaftsrates in der VIP-Lounge zur Verfügung.

Kontakt
Markus Rosenthal
Landesgeschäftsführer
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