04. Januar 2017
Mitgliederumfrage "Fünf vor Zwölf" liefert klare politische Forderungen für die Bundestagswahl 2017
Der Wirtschaftsrat hat seine Mitglieder mit der Umfrage „Fünf vor Zwölf“ im Dezember zu aktuellen politischen Themen befragt. Mehr als 2.500 Unternehmer haben die Chance genutzt und die Fragen beantwortet, die der Wirtschaft unter den Nägeln brennen.

„Das Ergebnis gibt fundiertes Feedback für unsere politischen Positionen und die künftige Ausrichtung unserer Arbeit. Gerade in der Steuerpolitik ist die Erwartungshaltung klar: Angesichts sprudelnder Steuereinnahmen erwarten unsere Mitglieder deutliche Steuererleichterungen durch eine Abflachung des Mittelstandsbauchs, eine höhere Einstiegsgrenze beim Spitzensteuersatz und einen zügigen Abbau des Solidaritätszuschlags“, betont Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates. In der Rentenpolitik befürwortet die deutliche Mehrheit der Befragten die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.

 

Rund 77 Prozent der Befragten unterstützen die Forderung für die Rentenpolitik, das Renteneintrittsalter an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln, um die Finanzierung der der gesetzlichen Rente nach 2029 zu sichern. 67 Prozent sprechen sich zudem dafür aus, die betriebliche Altersvorsorge zu stärken.

In der Steuerpolitik wurden vier Maßnahmen vorgeschlagen, die die Befragten auf einer Skala von 1 bis 5 mit „besonders wichtig“ bis zu „eher nicht so wichtig“ bewerten konnten. 79 Prozent halten die Reduzierung der Steuerprogression in der Einkommensteuer durch die Abschaffung des Mittelstandsbauchs für wichtig, 68 Prozent fordern die Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Für eine bessere Familienförderung sprechen sich 63 Prozent für einen höheren Kinderfreibetrag aus. Eine höhere Einkommensgrenze (derzeit 53.665 Euro), ab der der Spitzensteuersatz zu zahlen ist, fordern 57 Prozent.

In der Europapolitik fordern über 82 Prozent der Befragten eine harte Haltung der Europäischen Union gegenüber Großbritannien, die deutlich macht, dass es bei den BREXIT-Verhandlungen keine Rosinenpickerei geben kann.

Um eine Deindustrialisierung Deutschlands zu verhindern, verlangen fast 66 Prozent der Mitglieder eine abgestimmte europäische Klimaschutzpolitik, um bei globalen Klimaschutzverhandlungen mit einer Stimme sprechen zu können. 58 Prozent fordern eine Kosten-Nutzen-Analyse der wirtschaftlich effizientesten Klimaschutzmaßnahmen. Die Hälfte ist der Ansicht, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Klimaschutzvorgaben gleichrangig bewertet werden müssen. Nur 19 Prozent der Unternehmer setzen sich für eine Vorreiterrolle Deutschlands beim Klimaschutz ein.

In der Zuwanderungspolitik fordern 74 Prozent der Mitglieder ein Mehr an qualifizierter Zuwanderung durch ein Einwanderungsgesetz anstatt ungesteuerter Immigration. 72 Prozent erachten die Begrenzung der Zuwanderung durch die konsequente Handhabung des Asylrechts für notwendig. Mehr als 53 Prozent unterstützen die Forderung nach Transitzentren außerhalb Europas.

Der Wirtschaftsrat bedankt sich sehr herzlich bei allen Mitgliedern, die an dieser Umfrage teilgenommen haben. Die Ergebnisse sind eine hervorragende Hilfestellung für unsere politische Arbeit im Wahljahr 2017.