13. April 2016
Mobilität 4.0 - Mobilität neu denken
Tarek Al-Wazir, Staatsminister im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, folgte der Einladung zum Frühstück der Sektion Frankfurt des Wirtschaftsrates Hessen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aktuelle Mobilitätsprobleme und Herausforderungen, aber auch der Appell, umzudenken.
Tarek Al-Wazir, hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Energie und Landesentwicklung (Foto: Wirtschaftsrat)

„Mobilität beginnt im Kopf und erfordert den Mut, Dinge anders zu tun, als man sie bisher getan hat“, leitete Staatsminister Al-Wazir seinen Vortrag ein. Es gebe noch viel zu tun, um die Mobilität in Hessen nachhaltiger und intelligenter zu gestalten. 


In den letzten Jahren sind die Pendeldistanzen um 10 Prozent gestiegen. Rund 1,2 Millionen Menschen pendeln täglich mehr als 120 Kilometer. „Niedrige Transportkosten haben dazu geführt, dass sich die Verdichtungsräume immer weiter ausdehnen und die Pendelstrecken sich vergrößern“, erläuterte Al-Wazir. Auch seien Fernreisen mit dem Flugzeug etwas Alltägliches geworden „Die Folgen unserer Mobilität werden allerdings wenig wahrgenommen, sei es der Lärm oder die Emissionen von CO2, Stickoxid und Feinstaub.“ 


„Hier in Hessen versuchen wir, mit dem „Mobilen Hessen 2020“ zu zeigen, dass mehr Nachhaltigkeit nicht bedeutet, auf Mobilität zu verzichten“, erklärt der  Minister. „Zentral ist ein zuverlässiger ÖPNV – deswegen setzen wir uns dafür ein, den Nahverkehr zu stärken und die Schieneninfrastruktur auszubauen.“ Carsharing sei ebenfalls ein Beispiel für intelligente Mobilität: „Das eigene Auto wird nur eine Stunde am Tag genutzt – und ein geteiltes Auto ersetzt zehn private Pkw.“ Auch für Unternehmen sei diese eine von vielen Möglichkeiten für eine nachhaltige Mobilität. „Das Land unterstützt das betriebliche Mobilitätsmanagement in allen Facetten, von den Jobtickets bis zur Nutzung von Fahrrädern oder Pedelecs“, so Al-Wazir.

 
Als weiteren Schritt nannte der Minister die bessere Vernetzung der einzelnen Verkehrsmittel. „Es gilt, Schnittstellen zu schaffen, an denen die Menschen zum Beispiel noch besser von der S-Bahn aufs Rad, vom Zug auf das E-Auto umsteigen können.“ Eine große Chance ergebe sich hier auch durch die Kommunikationstechnik: „Die Fahrkarte gibt es per App, das Call-a-bike wird mit dem Smartphone gebucht. Wer damit groß wird, flexibel die vorhandenen Angebote zu nutzen und zu kombinieren, für den ist ein eigenes Auto häufig gar kein Thema mehr“, so Al-Wazir. „Unsere Aufgabe ist es, eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen, damit diese vernetzte intermodale Mobilität funktioniert.“ 

v.l.n.r.: Tarek Al-Wazir MdL und Dr. Lutz Raettig (Foto: Wirtschaftsrat)
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