13. Februar 2017
Modernisierungsstau in baden-württembergischen Heizungskellern per Gesetz
Wirtschaftsrat: CO2-Einsparpotentiale bleiben aufgrund Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes ungenutzt

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V., Landesverband Baden-Württemberg, kritisiert die Regelungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) für erneuerbare Energien bei Heizungsmodernisierungen. „Die verschärften Nutzungspflichten für erneuerbare Energien bei Bestandssanierungen wirken kontraproduktiv und zementieren den Modernisierungsstau“, erklärt Rainer Scharr, Chef der Friedrich Scharr KG in Stuttgart und Mitglied des Sektionsvorstands beim Wirtschaftsrat in Stuttgart. „Baden-Württemberg ist vom bundesweiten Spitzenreiter zum Schlusslicht bei Heizungsmodernisierungen abgerutscht und lässt damit immense Effizienzpotentiale und CO2-Minderungspotentiale ungenutzt. Das Ursprungsziel des EWärmeG, den Anteil der erneuerbaren Energien gegenüber dem Bundesschnitt zu steigern, wird deutlich verfehlt. Gesetzlich verordnete Nutzungspflichten von erneuerbaren Energien wirken sich insgesamt negativ auf den Modernisierungsmarkt aus.“

 

Eine aktuelle Multimomentaufnahme des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) zeigt ein deutliches Zurückfallen der Heizungsmodernisierungen in Baden-Württemberg im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Nach einer ersten Hochrechnung sei der Heizungsmarkt hierzulande im Jahr 2016 um rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr

geschrumpft. Damit habe sich der hiesige Markt deutlich schlechter entwickelt als der Bundesdurchschnitt. In den Jahren 2010 bis 2015 habe der  Modernisierungsindex in Baden-Württemberg im Schnitt rund 13 Prozent unter Bundesdurchschnitt gelegen.

 

„Die Entwicklung der erhobenen Marktzahlen verdeutlicht, dass Heizungsmodernisierer in Baden-Württemberg ordnungsrechtlichen Zwängen durchaus rational begegnen. Sowohl vor Einführung im Jahr 2009 als auch vor der Novellierung des EWärmeG im Jahr 2015 führten drohende Kostensteigerungen zu vorgezogenen Modernisierungsspitzen, wobei Investitionen in Wärmepumpen, solarthermische Anlagen oder Holzzentralheizungen ausblieben. Nach den Stichtagen kam es jeweils zu anhaltenden Markteinbrüchen“, so Scharr.