19. September 2011
Nach Fukushima: Megatrends in der europäischen Energiepolitik
Prof. Dr. Friedbert Pflüger zu Gast beim POLITISCHEN FRÜHSTÜCK
Nicht der Markt bestimmt die Energie- und Rohstoffpolitik, sondern die strategischen Interessen der Staaten. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Friedbert Pflüger, Direktor des European Centre for Energy and Resouce Security (EUCERS) am King´s College in London. Der Trend zur Renationalisierung im Energiebereich könne in einen Energie- und Rohstoffimperialismus münden, warnte der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär beim POLITISCHEN FRÜHSTÜCK des Landesverbandes im Hotel Steigenberger.
Prof. Dr. Friedbert Pflüger (Foto: Wirtschaftsrat)

Der von der Bundesregierung beschlossene Atomausstieg lasse Energieunternehmen eine Versorgungslücke befürchten. Deshalb setzten sie verstärkt auf russisches Gas. Dies gefährde jedoch die Diversifizierung auf dem europäischen Energiemarkt und die Unabhängigkeit Deutschlands. Auch die Art und Weise, in der sich China mit seinen Staatskonzernen in rohstoffreichen Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Zentralasiens positioniere, sah Pflüger mit Sorge: „Die ausreichende Versorgung mit Rohstoffen ist eine zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Bis 2030 werden acht Milliarden Menschen mit immer höheren Ansprüchen auf der Erde leben. Der Bedarf der dynamischen Schwellenländer an Rohstoffen steigt und hochtechnologische Industrieprodukte sind zunehmend abhängig von strategischen Rohstoffen. Wenn Deutschland und Europa nicht zu den Verlierern dieser Entwicklungen gehören wollen, müssen Politik und Wirtschaft schnell handeln!“