22. Mai 2017
Nachdenken über den aktuellen Kurs
Markteinschätzung von Deutsche Bank-Experte Markus Müller
Im Porsche Zentrum Heilbronn: Weltwirtschaft- und Kapitalmarkt-Einschätzung von Markus Müller, Leiter des globalen Chief Investment Office des Wealth Management der Deutschen Bank AG. Bei der von Sektionssprecher Bernd Rathke moderierten Veranstaltung gab es trotz guter Konjunkturaussichten auch nachdenkliche Töne.
Markus Müller, Deutsche Bank AG: "Wachstum: China wächst jedes Jahr um die Wirtschaftsleistung eines Landes wie Spanien." (Foto: WR)

Die guten Nachrichten gab es von Markus Müller gleich zu Beginn: Der Funke sei in der EU endlich übergesprungen. Das Wachstum im ersten Quartal 2017 sei stärker gewesen als in den USA, wo der Aufschwung schon 96 Monate anhalte. Auch die Arbeitslosenquote auf dem Kontinent sinke. Für 2017/2018 sei also keine Rezession zu erwarten. „Trotzdem müssen wir nachdenken“, warnte Müller. Denn diese Entwicklung hänge vor allem mit der Politik der EZB zusammen.

 

In den Mitgliedsstaaten gebe es aber immer weniger Reformen. Müller: „‘Es läuft ja‘ ist eine gefährliche Annahme.“ Auch hierzulande. Deutschland könne nicht nur vom Export leben. Es müsse auch eine Staatsnachfrage geben und es müsse investiert werden. Wird an der falschen Stelle gespart: Bildung, Infrastruktur, etc.?

Was wird die Zukunft bringen und was bedeutet die weltwirtschaftliche Entwicklung für den Kapitalmarkt? Disruptive Technologien werden die weitere Wirtschaftsentwicklung prägen, so Müller. Er rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem langsamen Wachstum. An Aktien führe bei der Kapitalanlage deshalb kein Weg vorbei.

 

Müller vertritt die Kapitalmarktmeinung für den Bereich Wealth Management für alle Anlageklassen und ist Mitglied im Globalen Multi Asset Investment Committee von Deutsche Bank Wealth Management. Er ist Experte für die Themenbereiche Weltwirtschaft, Konjunktur, und Kapitalmärkte.