24. Februar 2011
"Nachhaltige Finanzpolitik ist die größte Herausforderung"
Finanzminister Dr. Thomas Schäfer diskutiert in Marburg
v.l. Stefan Oberhansl, OB-Kandidat, WR-Mitglied Wieland Stötzel und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer
v.l. Stefan Oberhansl, OB-Kandidat, WR-Mitglied Wieland Stötzel und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer

Der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer sprach auf Einladung der Sektion Marburg im Hotel Vila Vita über die Möglichkeiten einer nachhaltigen Finanzpolitik. Unter der Überschrift „Eine hessische Bilanz – Nachhaltige Finanzpolitik im 21. Jahrhundert“ betonte der CDU-Politiker vor allem die Notwendigkeit eines Schuldenabbaus.

 

Nach der offiziellen Begrüßung von Stefan Oberhansl, Sprecher der Sektion Marburg,  begann Schäfer mit einer Bestandsaufnahme: Die deutsche Wirtschaft habe sich nach den Krisenjahren 2008 und 2009 schnell regeneriert. Das wirtschaftliche Niveau Deutschlands vor der Krise sei zwar noch nicht erreicht, doch die positive wirtschaftliche Lage verlange einen antizyklischen Rückzug des Staates, um einen Schuldenabbau einzuleiten.

 

„Wir dürfen der kommenden Generation keinen hochverschuldeten Staat zurücklassen“, sagte der Finanzexperte. Schließlich müsste die nachfolgende Generation neben den Schulden auch noch private Vorsorge betreiben und den auslaufenden Generationenvertrag bezahlen. „Eine nachhaltige Finanzpolitik ist daher unsere größte Herausforderung“, so der Minister.

 

Als weiteres Argument für einen Konsolidierungskurs führte Schäfer die momentan schwierige Lage Islands und Griechenlands an. Hierbei sei allerdings nicht von einer Euro-Krise, sondern von einer Verschuldungskrise zu sprechen, in der es Aufgabe Deutschlands sei, als Vorbild zu fungieren und Schulden abzubauen. Des Weiteren sprach sich der Minister für die finanzielle Rettung Griechenlands aus, da er befürchte, dass nach der Pleite eines Staates weitere folgen würden.

 

Nach dem Vortrag diskutierte Schäfer mit den Mitgliedern der Sektion über die hessische Finanzpolitik. Bei der anschließenden Weinprobe ergab sich zudem die Gelegenheit, dem Minister einmal persönlich kennen zu lernen.