07. September 2017
Nächste Station: Digitalisierung!
Hochbahn-Chef Henrik Falk spricht beim Wirtschaftsrat über die Zukunft des Hamburger Verkehrsunternehmens
Vollautomatische Züge, autonom fahrende Busse, flächendeckendes WLAN, Fahrtgastinformationen per WhatsApp, das Smartphone als virtueller Ticketautomat: Die Hamburger Hochbahn setzt voll auf die Digitalisierung von Services und Technik. Diese Strategie ist eng mit dem Namen Henrik Falk verbunden. Seit er Anfang 2016 die Geschäfte bei der Hochbahn übernommen hat, macht Falk das Unternehmen mit Hochdruck fit für die Zukunft. Schon 2020 sollen 60 emissionsfreie Busse durch Hamburgs Straßen rollen.
Hielt einen gleichermaßen launigen wie informativen Vortrag beim POLITISCHEN FRÜHSTÜCK: Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG (Foto: Wirtschaftsrat)

„Intelligente Mobilität für eine lebenswerte Zukunft“ – dies ist das Motto, unter dem die Hochbahn bis 2030 ihre Modernisierung vorantreiben will. Wie dieses Motto in der Praxis umgesetzt werden soll und welche konkreten Maßnahmen schon laufen, erläuterte Henrik Falk beim ersten POLITISCHEN FRÜHSTÜCK nach der Sommerpause im Hotel Steigenberger.

 

Der Vision, im Jahre 2030 nachhaltige Mobilität in Hamburg realisieren zu können, nähere sich die Hochbahn schrittweise in über vierzig Projekten an. Hauptzielgruppe der Strategie seien Personen unter 18 Jahren. „Unser Ziel muss es sein, unser Angebot für diese Gruppe so attraktiv zu gestalten, dass sie es als nicht mehr notwendig erachtet, einen Führerschein zu machen“, so Henrik Falk.  Ein wichtiges Thema sei dabei das digitale Kundenerlebnis, das heutzutage stark mit dem Smartphone zusammenhänge. Aus diesem Grund sei die Einführung von USB-Ladebuchsen und flächendeckendem WLAN in allen Bussen und an allen U-Bahn-Stationen von zentraler Bedeutung.

 

Aber auch ein modernes, einfaches Ticketsystem spiele hier eine Rolle, um die Zutrittshürde so gering wie möglich zu halten. Die Einführung eines sogenannten „Check-in/Be-out-Systems“ sei bis 2019 geplant. „Dort melden Sie sich an, das System erkennt Sie beim Einsteigen und Sie fahren, wohin Sie wollen. Beim Aussteigen werden Sie automatisch ausgecheckt und bekommen automatisch den besten Preis abgerechnet“, erläuterte der Hochbahn-Chef.

Impressionen
Im Vordergrund: Dr. Hartmut Knigge (Foto: Wirtschaftsrat)
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Ein weiterer wichtiger Aspekt, der bei der Digitalisierung nicht außer Acht gelassen werden dürfe, sei der Kontakt zu den eigenen Mitarbeitern. Zum einen, um das Ideenpotenzial für Innovationen in der Belegschaft zu nutzen. Zum anderen, um auf die Ängste der Angestellten, die ihren Arbeitsplatz durch die zunehmende Digitalisierung gefährdet sehen, einzugehen. Gerade beim Thema autonomes Fahren, das bald auf einer Pilotstrecke in der HafenCity getestet werden soll, bestünden Ängste, denen man nur mit Offenheit und Ehrlichkeit begegnen könne.

 

Henrik Falk wies ergänzend darauf hin, dass sich sein Unternehmen, trotz der voranschreitenden Digitalisierung von Services und Technik, auch weiterhin um die klassischen Bereiche und Probleme  kümmern werde.

 

Die abschließende Diskussion drehte sich u.a. um die Themen Prozessplanung und Prozesskommunikation bei der Hochbahn, Problemlösungen für überfüllte Verkehrsmittel, die Sicherheit in Bussen und Bahnen sowie Pläne im Bereich der Elektromobilität.

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
Telefon: 040/ 30381049
Telefax: 040/ 30381059