17. März 2011
Netzstabilität erfordert Ausbau von Kohlekraftwerken!
„Wer angesichts der dramatischen Bilder in Japan aus blindem Aktionismus den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kernkraft fordert, muss auch realistische und vor allem bezahlbare Alternativen anbieten", fordert der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates der CDU e.V. in Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Mau.

Die Kernenergie war 2010 für fast die Hälfte der Grundlast in Deutschland verantwortlich. Um die Versorgungssicherheit trotz der vorübergehend vom Netz genommenen sieben Kernkraftwerke zu gewährleisten, müssen andere grundlastfähige Kraftwerke einspringen. Der Neubau hocheffizienter Kohlekraftwerke kann langfristig eine wichtige Lücke schließen und einen zentralen Beitrag zur Netzstabilität leisten. Unser Bundesland verfügt mit Lubmin über einen hervorragend geeigneten Standort dies zu verwirklichen,“ betont Mau.

 

„Zudem kann ein schneller Ausbau der Windenergie in Mecklenburg-Vorpommern einen wichtigen Beitrag beim Weg ins neue Energiezeitalter leisten. Allerdings darf trotz ehrgeiziger Ziele das Gebot der Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verloren werden. Aufgrund der hohen wetterabhängigen Stromeinspeisung und der fehlenden Speicherkapazitäten, können die erneuerbaren Energien nicht von heute auf morgen die Kernenergie ersetzen. Zudem muss für einen deutlich höheren Anteil Erneuerbarer am Strom-Mix, zunächst der dringend notwendige Ausbau der überregionalen Energieautobahnen beschleunigt werden“, erklärt Mau.


Der Wirtschaftsrat Mecklenburg-Vorpommern unterstützt nachdrücklich die Forderungen des Ministerpräsidenten nach einem „Energiewegebeschleunigungsgesetz“. Eine Energiewende auf der Basis von importiertem Strom lehnt der Wirtschaftsrat als „Augenwischerei“ ab. „Es macht keinen Sinn, deutschen Strom aus Kernenergie durch Strom aus Kernenergie und Kohle aus unseren Nachbarländern zu ersetzen“, so Mau weiter. Die Netzstabilität und wettbewerbsfähige Strompreise hätten für die Unternehmen höchste Priorität im Standortwettbewerb.

 

Der Wirtschaftsrat fordert die Landesregierung auf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die in Mecklenburg-Vorpommern produzierte Windenergie wirtschaftlich im Land zu nutzen. Dazu sollten Forschung und Entwicklung intelligenter Speichersysteme intensiviert werden. Eine wichtige Möglichkeit, die unregelmäßige Windenergie im Land zu nutzen, sieht der Wirtschaftsrat im Bereich eines großen Elektromobilitäts-Projektes. Dieses sollte nicht wie bisher das einzelne Kraftfahrzeug, sondern ein vernetztes System von Fahrzeugen nach dem Muster der Mobilfunkanbieter darstellen.

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