07. September 2012
Neue Veranstaltungsreihe "Start-up zu neuen Wegen"
Ein Bericht des Landesvorsitzenden Berlin-Brandenburg, Dr. Nikolaus Breuel

Mit „Start-up zu neuen Wegen“ haben wir eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, einen Beitrag für bessere Umfeldbedingungen der Unternehmensansiedlung in Berlin zu leisten. Ich bin sicher: Unternehmensgründer und Wirtschaftsrat passen zu einander. Wollen wir uns als Wirtschaftsstandort behaupten, werden wir unsere Welt ein Stück neu erfinden müssen. Heraus aus dem Status Quo, bereit für das Neue. Die Welt ein Stück neu erfinden, das tun auch viele Start-ups. Ideen und neue Technologien führen in hoher Geschwindigkeit zu neuen Produkten und Geschäftsmodellen. Und Berlin ist ein guter Platz für Innovationen. Diese Stadt, die zur Zeit kreative Menschen anzieht wie keine andere in Europa, bietet Vielfalt, Raum und moderne Urbanität. Und das „Biotop“ Start-up hat inzwischen eine Größe erreicht, die Widerstandskraft und Eigendynamik weiter fördert. Das etwas gut funktioniert, heißt natürlich nicht, dass es nicht noch besser ginge. Die Studie "Entrepreneurs speak out - A call to action for G20 governments" beschreibt, dass im G20-Durchschnitt vom Antrag bis zur Unternehmensgründung 5,7 Verwaltungsvorgänge bewältigt werden – in Deutschland sind es 9. Und während sich innerhalb der letzten fünf Jahre die Kosten für Gründungen innerhalb der G20-Staaten verringert haben, sind sie in Deutschland nahezu gleich geblieben.

 

Voraussetzung verbesserter Ansiedlungsbedingungen ist auch eine gute Wahrnehmung der Start-up-Szene in der Politik. Aber Politik ist keine Einbahnstraße. Es ist nötig, dass sich junge Unternehmer und Führungskräfte in die gesellschaftliche Debatte einschalten. Nur wenn sie ihre Sicht vortragen, können ihre Anliegen berücksichtigt werden. Indem Start-ups ihre Perspektive einbringen, gewinnen wir vielleicht noch mehr: die Lust auf das Neue und dazu, aufzubrechen. Die erste Veranstaltung mit dem Schwerpunkt „Digitale Wirtschaft“ war übrigens ein voller Erfolg. Erstaunlich, wie wenig Forderungen an Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz gestellt wurden. Aber auch dies liegt in der Tradition des Wirtschaftsrates. Wie sagte doch schon Ludwig Erhard: „Ebenso wie beim Fußballspiel der Schiedsrichter nicht mitspielen darf, hat auch der Staat nicht mitzuspielen.“

 

Im dritten Quartal 2012 haben wir vor allem mit der Podiumsdiskussionen „Beschleunigte Energiewende“ in den Sektionen Brandenburg und Havelland-Nord und dem Sommerfest zur „Netzausbauplanung“ an unseren diesjährigen thematischen Arbeitsschwerpunkt angeknüpft und weitere aktuelle Entwicklungen der Energiewende beleuchtet. Bester Jazz und gutes Wetter haben für das Sommerfest in der Humboldt-Box ihr übriges getan und zu einem sehr positiven Feedback der Gäste geführt. In der Sektion Südbrandenburg wurde die vom Brandenburger Innenministerium verabschiedete neue Polizeistruktur diskutiert. Weitere Veranstaltungen in Brandenburg und Berlin haben die Präsenz des Wirtschaftsrates in der politischen Diskussion deutlich gemacht.