18. Januar 2019
Wirtschaftsrat Hamburg feiert Traditionellen Neujahrsempfang
Dieses Jahr ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft
In stimmungsvoller Atmosphäre und bei bester Laune feierten rund 400 Mitglieder und Freunde des Wirtschaftsrates den Traditionellen Neujahrsempfang, dieses Mal im Großen Festsaal des Grand Elysée Hamburg. „Élysée“ war auch wichtiges Stichwort des Abends. Denn als Ehrengast sprach die Französische Botschafterin in Deutschland, ihre Exzellenz Anne-Marie Descôtes. Sie warb für ein starkes Europa und die deutsch-französische Zusammenarbeit.
Anne-Marie Descôtes | Botschafterin Frankreichs in Deutschland (Foto: Frank Soens)

In seiner Eröffnungsrede skizzierte der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Hamburg, Dr. Henneke Lütgerath, die besondere Beziehung zwischen Hamburg und Frankreich. Anschließend zeichnete er den deutsch-französischen Aussöhnungsprozess nach und fasste dessen Bedeutung für Europa wie folgt zusammen: „Die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland war von elementarer Bedeutung für Europa – die conditio sine qua non für den europäischen Integrationsprozess bis heute.“

 

Diesen Ball nahm die Botschafterin auf, lobte den Austausch zwischen Hamburg und Frankreich in wirtschaftlicher, kultureller, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht und erläuterte, dass es immer mehr Aufgaben gebe, die das deutsch-französische Engagement erforderten. „Dabei denke ich vor allem an den Populismus und an die nationalen Egoismen, die leider wieder ihren Weg in die europäischen Gesellschaften gefunden haben, an unseren Rückstand im Bereich Digitalisierung und an die Spannungen im internationalen Handel“, so Madame Descôtes. Es gehe dabei auch um die Wut, die sich seit November in Frankreich in Form der Gelbwestenbewegung Bahn breche. Diese habe zwar französische Wurzeln, könne in unterschiedlichen Ausprägungen aber auch in anderen Ländern beobachtet werden.

 

Die Reformen in Frankreich würden aber fortgeführt. „Nichtstun wäre am gefährlichsten und wir wollen den Herausforderungen von Morgen nicht hilflos gegenüberstehen“, erklärte die Botschafterin. So führe die Reform des Arbeitsmarktes zu mehr Flexibilität auf betrieblicher Ebene und trage zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Frankreich bei. Auch sei eine Reform der Ausbildung begonnen worden, bei der sich die Regierung vom deutschen Modell habe inspirieren lassen.

Blick in den Großen Festsaal (Foto: Frank Soens)

Auf bilateraler Ebene sei es wichtig zu sehen, dass die Reformen es dem deutsch-französischen Tandem erlaubten, gemeinsam geschlossener voranzugehen. Der Aachener Vertrag habe dabei einen besonderen Wert, da er als roten Faden die wirtschaftliche, gesellschaftliche und europäische Konvergenz beinhalte. „Ziel ist es, unsere Wirtschaftsgesetze immer stärker anzugleichen, sodass Wirtschaft und Gesellschaft auf beiden Seiten des Rheins einander noch näherkommen“, so Anne-Marie Descôtes. Als Beispiel nannte sie die Umsetzung von europäischen Richtlinien, die den Ländern Spielraum lasse. Hier sei eine bessere Koordinierung erforderlich, um Maßnahmen anzugleichen und die Richtlinien gemeinsam und so ähnlich wie möglich umzusetzen.

 

Generell sei es heutzutage wichtig, die europäische Souveränität auf Kosten der nationalen Souveränität zu stärken. „Wir müssen eine starke Union, eine starke Währung und eine starke Eurozone haben, damit wir gegenüber China und Amerika stärker sind, wenn wir uns mit ihnen in Verhandlungen befinden“, sagte die Botschafterin abschließend und mahnte: „Ohne eine Vertiefung der Instrumente, die den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt sichern, ohne die Schaffung eines Haushalts der Eurozone, ohne die Verteidigung der europäischen Errungenschaften, können wir das nicht schaffen.“

 

Das Schlusswort des Abends übernahm mit Dr. Philip Marx ein Mitglied des Landesvorstands. In gewohnt launiger Manier dankte er der Botschafterin für ihre Ausführungen und überreichte als kleine Aufmerksamkeit das Buch „Wer hat Angst vor Deutschland?“, das der Frage nachgeht, wie sich deutsche Stärke und europäisches Gemeinwohl in Einklang bringen lassen.

 

Seinen Abschluss fand der Neujahrsempfang 2019 schließlich beim Get-together mit kulinarischen Köstlichkeiten, angelehnt an die cuisine française.

Auf einen gelungenen Neujahrsempfang 2019 (Foto: Frank Soens)
Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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