01. September 2011
Norddeutschland braucht eine gemeinsame Wirtschaftspolitik
Bündelung der Kräfte auf den Feldern Infrastruktur, Häfen, Logistik, Energie und Bildung besonders erfolgsversprechend
Die Globalisierung, die immer engere Verflechtung des Europäischen Wirtschaftsraumes und ein bevorstehender Wandel in der deutschen Energiepolitik bieten der deutschen Nordregion große wirtschaftliche Chancen, schaffen aber auch erhebliche Herausforderungen für die beteiligten Länder Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Welche Strategien gibt es, trotz der institutionellen und politischen Zersplitterung Norddeutschlands, zu einem koordinierten und gemeinsamen Handeln in den entscheidenden wirtschafts- und wissenschaftspolitischen Bereichen zu gelangen? Wie steht es um die Vernetzung und das Zusammenwachsen innerhalb der Nordregion? Diese Fragen stehen im Zentrum des 3. Norddeutschen Wirtschaftstages, die heute, am Donnerstag, dem 1. September 2011, im Kongresszentrum der Yachthafenresidenz Hohe Düne in Rostock/ Warnemünde stattfindet. Veranstalter sind die fünf norddeutschen Landesverbände des Wirtschaftsrates Deutschland. Ihrer Einladung folgten über 400 Branchenexperten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Im Standortwettbewerb um wachsende Produktions- und Dienstleistungsfunktionen der Wirtschaft geben herausragende Standortfaktoren den wesentlichen Ausschlag. Nur diejenigen Regionen, die ihre Strukturen, Organisationen und Handlungsfähigkeiten den neuen und wachsenden Anforderungen gegenüber anpassen und weiterentwickeln, werden im Standortwettbewerb erfolgreich sein.
 
Der Regionenwettbewerb zieht zwangsläufig regionale Veränderungen der Wirtschaftskraft und des Arbeitsmarktes nach sich. Auf der europäischen Landkarte entstehen damit neue „Gefälleachsen“ zu Metropolräumen mit Gewinnern und Verlierern. Bedeutsam werden dabei besonders neue Bildungs- und Fähigkeitsstrukturen mit Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, das Ansiedlungsverhalten der Unternehmen und die soziale Stabilität. Die Dynamik der Veränderungsprozesse wird sich in Zukunft erhöhen und damit auch die Chancen derjenigen Regionen, welche die Zeichen der Zeit erkannt haben.
 
Die Ausgangslage für überdurchschnittliches wirtschaftliches Wachstum in der Nordregion ist wegen der günstigen wirtschaftsgeographischen Lage an der deutschen Nord- und Ostseeküste gut. Norddeutschland kann eine bedeutende wirtschaftliche Brückenfunktion einnehmen und eine wichtige Rolle in Bezug auf unsere Nachbarn in Skandinavien, Benelux und dem Ostseeraum spielen. Es müssen jedoch erhebliche Anstrengungen in Wirtschaft und Politik unternommen werden, um diese Möglichkeiten auch zu realisieren.
 
Nach Ansicht des Wirtschaftsrates liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Einsicht und dem Wollen zur überregionalen Zusammenarbeit und der Fähigkeit, zum gemeinsamen Handeln. „Nur durch Bündelung der Kräfte über Landesgrenzen hinweg können die Zukunftsaufgaben gemeistert werden. Dazu ist ein klares Bekenntnis der Politik in den norddeutschen Ländern zu einer gemeinsamen norddeutschen Wirtschaftspolitik unabdingbar“, sagte der Wirtschaftsratsvorsitzende des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Mau.
 
Insbesondere in den Themenbereichen „Häfen – Logistik – Infrastruktur“, „Energiepolitik“ und „Bildungspolitik“ ist nach Auffassung des Wirtschaftsrates ein gemeinsames Handeln in der Nordregion besonders erfolgversprechend und wirtschaftlich nachhaltig. Durch den koordinierten Ausbau einer noch leistungsfähigeren Infrastruktur hat die Nordregion die große Chance, zum logistischen Drehkreuz Europas zu werden. Gleiches gilt für den Bereich der Energie. Die Energiewende und ihre Auswirkungen werden als eines der Mega-Themen der kommenden Jahrzehnte bestimmen. Will sich die Nordregion als das Zentrum der regenerativen Energien in Europa entwickeln und etablieren, wird dies nur durch landesübergreifendes Agieren zu erreichen sein. Dies wiederum hat weitreichende Auswirkungen auf die Bildungspolitik in den norddeutschen Ländern hinsichtlich Ausbildungsreife und Fachkräftemangel. Nur wo genügend geeignetes Personal zur Verfügung steht, ist Wirtschaftswachstum dauerhaft möglich.
 
Der Norddeutsche Wirtschaftstag will dazu beitragen, die politische und institutionelle Zersplitterung Norddeutschlands pragmatisch, durch Einbeziehung der relevanten Entscheider in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu überwinden. Wo dies nicht geht, zu neutralisieren, oder am besten: in einen regionalen Vorteil verwandeln. Es geht uns um die Etablierung eines intelligenten Prozesses ohne festgelegte Wege. Entscheidend ist der Erfolg.

 

Kontakt
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Landesgeschäftsstelle Mecklenburg-Vorpommern
Schloßstraße 23
D-19053 Schwerin

Telefon: 0385 / 595 88-41
Telefax: 0385 / 555 88-39

lv-mv@wirtschaftsrat.de

Ansprechpartner
Frank Roller
Geschäftsführer
Telefon: 0385 / 595 88-41