13. August 2019
Junger Wirtschaftsrat
"Nur Bank" zu sein, reicht nicht mehr
HASPA lädt zum Besuch in eine „Filiale der Zukunft“ ein
„Nichts liegt näher als die Haspa“, lautet der Werbeslogan von Deutschlands größter Sparkasse. Neu gedacht und gelebt wird dieses Motto in den sogenannten „Filialen der Zukunft“, die nach und nach die typischen Schalterhallen ablösen. In Bahrenfeld hat sich der Junge Wirtschaftsrat eine dieser Filialen angeschaut und nachgehakt: Was steckt hinter dem Konzept?
Isabell Fendt, Mitglied im Landesvorstand des Jungen Wirtschaftsrates Hamburg (Foto: Wirtschaftsrat/Christian Ströder)

Klassische Bankinstitute haben es heute zunehmend schwer am Markt: Neue Wettbewerber und ein stark verändertes Kundenverhalten setzen die „Kontaktfläche zum Kunden immer weiter unter Druck“, erläuterte Marc Goldschmidt, Leiter Abteilung Personalstrategie bei der Haspa, eingangs der Veranstaltung. So griffen Direktbanken das klassische Girokonto an, FinTechs würden Teile des Kerngeschäfts übernehmen. Viele Kunden wickelten ihre Bankgeschäfte mittlerweile vorzugsweise online ab und kommende Generationen seien ohnehin nur noch auf die „durchdigitalisierte Welt“ geeicht. Unter dem Gesichtspunkt Kundenbindung stelle die Digitalisierung die größte Herausforderung dar. In einem Umfeld immer kürzerer Innovationszyklen sei es schwierig, auf all die neuen Geschäftsmodelle und Wettbewerber die passende Antwort zu finden.

 

Was also als Haspa tun, um nicht früher oder später – wie Marc Goldschmidt es etwas überspitzt formulierte – im Museum zu landen? Die Erkenntnis: „Nur Bank“ zu sein, reicht heute nicht mehr aus. Um sich von bekannten und neuen Wettbewerbern abzuheben, setzt die Hamburger Sparkasse, neben den obligatorischen Digitalangeboten, ganz bewusst auf die Filiale vor Ort – auf Regionalität und die Beziehung zum Menschen. Man besinnt sich auf die historischen Wurzeln in der Region und will sich als „echte Nachbarin“ in den Stadtteilen etablieren. An dieser Stelle kommt das neue Filialkonzept zum Tragen.

Der moderne Empfangsbereich in der Bahrenfelder "Filiale der Zukunft" (Foto: Wirtschaftsrat/Christian Ströder)

In der „Filiale der Zukunft“ sollen die Kunden bzw. Menschen aus dem Stadtteil sich wohlfühlen und miteinander ins Gespräch kommen. Zentrales Element der neuen Filiale ist daher ein geräumiger „Nachbarschaftstisch“, an dem die Bahrenfelder bei einer Tasse Kaffee zum Austausch eingeladen sind. Lokale Unternehmen oder Startups haben die Möglichkeit, kostenlos einige Wochen lang ihre Produkte und Dienstleistungen rund um den Nachbarschaftstisch zu bewerben. Ein 75-Zoll-Monitor liefert außerdem interaktive Inhalte sowie Neuigkeiten aus der Nachbarschaft.

 

Überhaupt hat das neue Raum- und Nutzungskonzept mit einer klassischen Bankfiliale nicht mehr viel gemein: Moderne Lounge-Optik und Wohnzimmeratmosphäre mit gemütlichen Sitzmöglichkeiten sind jetzt angesagt. Offenheit und viel Licht bestimmen das Ambiente. Natürlich gibt es weiterhin Räume für das persönliche Gespräch, von denen jeder einen anderen Charakter vermittelt. Ob dieses Konzept denn bei den Kunden ankommt, wollten die Mitglieder des Jungen Wirtschaftsrates am Ende des Rundgangs wissen? Zwar gebe es noch keine validen Auswertungen dazu, aber der „Traffic“ in den bisher umgebauten Filialen sei spürbar gewachsen, so die positive Zwischenbilanz.

 

Get-together nach dem Rundgang durch die Räumlichkeiten (Foto: Wirtschaftsrat/Christian Ströder)
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Christian Ströder                Referent für              Wirtschaftspolitik
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