01. Oktober 2014
Offshore Terminal Bremerhaven vor dem Aus
Wirtschaftsrat warnt vor gigantischer Investitionsruine
Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. sieht den weiteren Ausbau des Offshore Terminals Bremerhaven (OTB) kritisch. Die Suche nach alternativen Nutzungs- und Umschlagsmöglichkeiten ist notwendig.

Die mit dem neuen EEG verabschiedete neue Zielsetzung für die Offshore Windenergie führt dazu, dass das für Bremerhaven geplante Terminal nicht mehr wirtschaftlich tragfähig ist. Der amtierende Bremer Senat riskiert damit – trotz klammer Kasse bis hin zur Haushaltssperre – weitere Fehlausgaben in Millionenhöhe. Nach den deutschlandweit bekannten und stark in der Kritik stehenden Fehlplanungen des Space Parks sowie des Jade Weser Ports steht nun ein neues Investitionsvorhaben an, das zwar kurzfristig durch Planung und Bau Arbeitsplätze und Umsätze bringen, langfristig aber ein 200-Millionen-Grab werden könnte.
 
Schon mit dem Koalitionsvertrag war klar, dass die extreme Anpassung der Zielsetzung des Ausbaus der Offshore Windenergie (2020: minus 35 Prozent, 2013: minus 40 Prozent in 2030) zu Problemen bei Herstellern, Zulieferern und Häfen führen würde. Doch während die Unternehmen wie Areva Wind, Bard, Weserwind und andere mit Kurzarbeit, Entlassung von Leiharbeitern und Verkäufen reagieren, hält Bremen noch an einem Projekt fest, das sich nachweislich nicht rechnen wird: dem Offshore Terminal Bremerhaven.

"Die Branche rechnet damit, dass zwar das Ausbauziel bis 2020 in Höhe von 6,5 GW mit tatsächlich gebauten 7,7 GW überschritten wird. Für den danach folgenden Ausbau, falls er nicht ganz gekippt werden sollte, sind jedoch nur noch zwei Parks pro Jahr geplant. Das bedeutet ca. 160 Anlagen pro Jahr - viel zu wenig für den OTB, insbesondere, da die Windturbinen derzeit vor allem aus Dänemark und Holland aufgebaut werden und auch deutsche Standorte wie Cuxhaven oder auch zuletzt Wilhelmshaven versuchen, Geschäft an Land zu ziehen und zum Beispiel in Cuxhaven und Emden Hallen und Kajen leer stehen", erklärt der Vorsitzende der Landesfachkommission Energie und Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts trend:research, Dirk Briese.
 
So schade das auch für Bremerhaven ist, aber damit macht man sich nur mehr und in der Zukunft größere Probleme. Es besteht lediglich die Möglichkeit, diese Entwicklung abzuwenden, wenn die Zielsetzung des OTB verändert beziehungsweise der nationale oder der internationale Markt belebt wird. Deshalb fordert der Landesverband des Wirtschaftsrates:

  1. Der Bremische Senat muss verhindern, dass weiteres Steuergeld in den Offshore-Terminal fließt, sollte die Wirtschaftlichkeit nicht gesichert sein. Dabei handelt es sich derzeit um eine Summe von etwa 180 Millionen Euro.
  2. Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam nach alternativen Nutzungs- und Umschlagsmöglichkeiten suchen. Dabei sollten vor allem Kapazitäten für den Großanlagenbau berücksichtigt werden.“
Kontakt
Dr. Barbara Rodewald
Landesgeschäftsführerin
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Bremen
Telefon: 0421/ 4987429
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