11. Oktober 2016
Ohne Netz geht nichts mehr
Marketing und Recruiting im Web 2.0
Die Welt ist digital. Das ist kein Zukunftsszenario, sondern längst Realität. Die Menschen leben und arbeiten im Web 2.0 und genau dort muss man sie erreichen, um sie werben und finden. Amazon, Twitter, facebook und Co im Oberurseler Dorint Hotel beim Wirtschaftsrat der CDU e.V. Sektion Taunus. Zwei hervorragende Markenspezialisten stellten dort ihre Sicht der modernen Arbeits- und Lebenswelt im Internet vor und erklärten, was das heute für Unternehmen bedeutet.
Dr. Hans-Peter Luippold und Marcus Reif (Foto: Stefanie Wagenknecht)

Oliver Dietz, Chef der Kreativ Agentur Dietz, zeigte eindrucksvoll, wie seine Firma im Internet eine Produktmarke aufbaut und vermarktet. „Zubehör von Elektronik wird nahezu ausschließlich im Internet verkauft. Wir haben von einer Firma ein Handytasche aus Leder, für die wir eine eigene Marke erschaffen sollten.“ Damit die Kunden im Internet dieses Produkt kauften, brauche es heute mehr als Produktbeschreibungen, Schlagworte und Preislisten. „Das Produkt, also die Ledertasche, braucht ein eigenes Image, muss Emotionen wecken, die zum Leben der Käufer passen“, so Dietz. So will der Agenturchef neue Verbindungen zwischen Marken und Menschen schaffen und bestimmte Produkte, die ausschließlich im Internet zu finden sind, an den Kunden bringen.

 

Das Thema Marketing treibt Markus Reif vom Unternehmen Kienbaum ebenfalls um, der den Menschen als Personenmarke beschreibt. In Zeiten des Wandels in der Demographie und des drohenden Fachkräftemangels müssten Unternehmen teilweise radikal umdenken. „Kernarbeitszeiten sind nicht mehr gefragt. Die Menschen wollen nach ihrem eigenen Rhythmus arbeiten. Freizeit und Arbeit sind fließend“, beschreibt er die heutigen Arbeitnehmer. Soziale Netzwerke seien vom Arbeitsplatz nicht mehr wegzudenken.

 Mitarbeiter wünschten eine hohe Flexibilität vom Arbeitgeber, gradlinige Biographien oder gar Schulnoten seien nicht mehr das Maß der Dinge. Da müsse es in Deutschland ein großes Umdenken geben, so der Familienvater.

 

Durchaus kritisch sahen die Mitglieder des Wirtschaftsrates diese nicht mehr aufzuhaltenden Entwicklungen. „Die negativen Auswirkungen auf die Menschen und ihre Familien kommen zu kurz. Darüber sollte mehr nachgedacht werden“, sagte ein Diskussionsteilnehmer. Sektionssprecher Walter Gora: „Die reale Wirtschaft ist vielschichtiger. Das Handwerk oder ähnliche Betriebe sehe ich hier nicht.“

 

Die anschließende lange Diskussion bei den Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrates zeigte, dass das Netz von unterschiedlichen Generationen, unterschiedlichen Branchen jeweils anders gesehen und bewertet wird. Allen aber ist klar, eine Welt ohne Netz ist nicht mehr vorstellbar.

Marcus Reif und Oliver Dietz (Foto: Stefanie Wagenknecht)
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Michael Dillmann
Landesgeschäftsführer
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