25. März 2014
Operation am offenen Herzen: Baustellenmanagement A7
Mittagsgespräch der Sektion Neumünster im Best Western Hotel Prisma
Auf Einladung der Sektion Neumünster des Wirtschaftsrates informierte Torsten Conradt, der als Direktor des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr SH mit 1.461 Beschäftigten 8.308 km Straßen, darunter 535 km Bundesautobahnen verwaltet, über die künftig größte deutsche Baustelle.
Torsten Conradt (Direktor Landesbetrieb Straßenbau SH) erläutert die Maßnahmen für ein gutes Management der A7-Großbaustelle (Foto: Wirtschaftsrat)

Conradt verweist einleitend darauf, daß dieses Ausbauprojekt unverzichtbar sei. Aufgrund seiner Größe wären Beeinträchtigungen in den nächsten Jahren zwar unvermeidbar, man habe aber
alles getan, um die wirtschaftlichen Einschränkungen gering zu halten. So habe die DEGES für beide Länder die Planung übernommen und setze in der Ausschreibung auf ein Verfügbarkeitsmodell, was die Vergütung an den tatsächlichen Nutzungsmöglichkeiten der Autobahn ausrichte.

 

Mit diesem Modell habe man in Thüringen beim Bau der A 9 bereits gute Erfahrungen gemacht. Zudem seien bisher alle ÖPP-Projekte im Bundesfernstraßenbau vor
Vertragsfrist fertig geworden. Flankierend setze man auf eine gute Kommunikation über die verkehrlichen Einschränkungen, die durch ein Bündel von Auflagen an den Baustellenbetreiber möglichst gering gehalten werden sollen. In der anschließenden Diskussion fand die
durchdachte Baustellenplanung lobende Worte. Allerdings wurden Zweifel laut, ob eine solche
Baumaßnahme ohne ein Angebot von Ausweichstrecken durchgeführt werden sollte.

 

Es sei daher dringend geboten, daß die Verkehrs- und Baustellen planung der Länder nicht nur für das A7-Projekt, sondern insgesamt besser miteinander abgestimmt werde. Auf Nachfrage zur Personalausstattung des Landesbetriebes erläutert Conradt, daß von den 1.300 im Jahr 2010 vorhandenen Stellen 100 abge baut werden sollen, was durch einen erwarteten Altersabgang von 260 Beschäftigten möglich werde. Zur Aufstockung der Planungsabteilung habe man be reits eine gute Handvoll Stellen ausgeschrieben habe, wovon zumindest zwei in den nächsten Wochen hoffentlich besetzt werden können. Insgesamt sei der Markt für Bau ingenieure leergefegt, weshalb man das Anforderungsprofil jetzt auf Naturwissenschaftler erweitert habe./BZ