20. September 2012
Projekt Nationalpark Harz: Gründung, Entwicklung und Erfahrungen
Staatssekretärin Anne-Marie Keding und Nationalparkleiter Andreas Pusch diskutieren mit Mitgliedern des Wirtschaftsrates
Der Nationalpark Harz bietet neben der Erholungsfunktion für den Menschen einen einzigartigen Schutz für die Tier- und Pflanzenwelt .
Staatssekretärin Anne-Marie Keding, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt (Foto: Wirtschaftsrat)

Anlässlich der Veranstaltung der Sektion Harz diskutierten die rund 35 Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates unter dem Titel „Projekt Nationalpark Harz – Gründung, Entwicklung und Erfahrungen“ mit der Staatssekretärin des Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Anne-Marie Keding und Andreas Pusch, Leiter des Nationalparkes Harz.


Die Unternehmer der Region wurden durch den „Herold“ der Burg Falkenstein in mittelalterlicher Tracht begrüßt: „Nicht nur der Luchs ist hier zu hause, es existieren hier auch noch viele Burgen aus dem Mittelalter, die der Erholung der Menschen dienen. Die 'Asseburger' als ehemalige Besitzer mussten nach dem Krieg die Burg verlassen. Seither dient dieses Schloss als Museum, Standesamt und Ausflugsziel.“ Nach einer Falknershow und der Besichtigung der Burg folgten die Mitglieder und Gäste den Vorträgen.


„Wir sind froh, einen Nationalpark auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gemeinsam zu betreiben. Wir haben uns bewusst dazu entschieden hier wieder Natur auch Natur sein zu lassen. Dies wird mittlerweile nicht nur von den beiden Landesregierungen, sondern auch von der Bevölkerung mitgetragen. In der Naturdynamikzone - Kernzone des Parks - finden keine Maßnahmen der Waldbewirtschaftung mehr statt. Hier wird die Natur sich selbst überlassen. In der Naturentwicklungszone sind die Voraussetzungen dafür noch nicht gegeben, insbesondere weil die Laubbäume fehlen, die in den mittleren Höhenlagen des Harzes von Natur aus dazugehören. Hier werden durch vorsichtige Auflichtungen und Initialpflanzungen von Laubbäumen die Waldbestände darauf vorbereitet, dass etwa in zehn Jahren 75 Prozent der Fläche des Nationalparks Naturdynamikzone sein können“, sagte Staatssekretärin Anne-Marie Keding.

Andreas Pusch, Leiter Nationalpark Harz (Foto: Wirtschaftsrat)

Andreas Pusch ging auf die Einzelheiten des Entwicklungsnationalparkes ein. „Neben der Auswilderung des Luchses gelingt es immer mehr, auch die Natur wieder zu renaturieren. Die kahlen Fichten sehen natürlich nicht schön aus, bringen aber die Voraussetzung, dass sich hier wieder die im Harz ursprünglich heimische Buche ansiedelt.“


In der Diskussion gingen beide auf die Fragen der Teilnehmer ein. „Besucher interessieren sich zunehmend stärker für den Nationalpark, der mit geführten Touren auch gezeigt wird. Dazu haben wir uns mit den Umweltschutzverbänden zusammengetan und verfolgen mit den Nationalparkhäusern gemeinsame Ziel in der Umweltbildung“, erläutert Andreas Pusch. „Eine Bejagung des Rehwildes und des Rotwildes ist trotz der Aussiedlung des Luchses weiterhin notwendig, damit wir die Schäden so gering wie möglich halten und der Pflanzenwelt die Entwicklungsmöglichkeiten bieten können, die sie benötigt.“


„Als Land lassen wir uns diesen Nationalpark schon einiges kosten. Eine wirtschaftliche Nutzung ist in der Zukunft für diese Wälder nicht mehr vorgesehen“, sagte Anne-Marie Keding.