29. April 2015
"Quo vadis Krankenhausmanagement?"
Studie zur Qualitätsoffensive und Diskussion über aktuelle Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen
Studie über die Qualitätsoffensive im deutschen Gesundheitswesen mit Winfried Neun, Geschäftsführer, K.O.M. Kommunikations- und Managementberatung GmbH, Allensbach und Dr. Jörg Blattmann, Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH, Universitätsklinikum | Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Universitätsmedizin Mannheim
vlnr. Dr. Jörg Blattmann , Steffen Knaus, Wolfgang Pföhler, Winfried Neun (Foto: WR)

Die Sektion Rhein-Neckar und die Landesfachkommission „Wirtschaftsfaktor Gesundheitsmarkt“ luden in das Universitätsklinikum | Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ein, um den Mitgliedern der Region einen Eindruck der Lage des Gesundheitswesens zu verschaffen und die neue Forschungseinrichtung „CUBEX“ vorzustellen.

Die wirtschaftliche Situation im Gesundheitswesen hat sich in den letzten Jahren hochgradig verschärft. Aktuelle Untersuchungen und Studien zeigen die kritische Lage vieler Kliniken auf. In kaum einem Industriezweig sieht es wirtschaftlich so bedrohlich aus, wie im deutschen Krankenhaussektor. Aktuell sind fast 20 Prozent der knapp 2.000 Kliniken von der Insolvenz bedroht. Bis zu einem Viertel wird - Prognosen zufolge - bis ins Jahr 2020 vom Markt verschwunden sein. Einmal mehr steht die Behandlungsqualität und Patientensicherheit im Fokus der Öffentlichkeit. „Wie soll den Krankenhäusern der Spagat zwischen diesen hohen qualitativen Anforderungen einerseits und dem Druck der Wirtschaftlichkeit andererseits gelingen?“, fragte Steffen Knaus, Sprecher der Sektion Rhein-Neckar daher einleitend.

Die neue Forschungseinrichtung „CUBEX41“ (Foto: WR)

Zu diesem Thema referierten im Mannheimer Universitätsklinikum Winfried Neun, Geschäftsführer der K.O.M. Kommunikations- und Managementberatung GmbH aus Allensbach und Dr. Jörg Blattmann, Geschäftsführer Klinikum Mannheim GmbH. Die laut Gesetz für einen hohen Qualitätsstandard/Einkauf verantwortlichen Personen werden in ihrer Entscheidung unzureichend unterstützt und abgesichert, so Winfried Neun. Einkaufsentscheidungen werden seiner Meinung nach  oftmals nach eigenem Ermessen getroffen und Produkte minderer Qualität verwendet.

Doch gerade diese mindere Qualität führt zu erheblichen Beeinträchtigungen medizinischer Prozesse und kann daher signifikant hohe Folge- und Mehrkosten herbeiführen, wie Neun in einer seiner mannigfaltigen Studien herausgestellt hat. Allerdings fehlt vielmals die nachhaltige Systematisierung und Kontrolle, um die vorrangigen Ziele des Krankenhausmanagements darstellen zu können, damit auch künftig zum Wohle der Patienten und doch auch wirtschaftlich gehandelt werden kann. Außerdem befasst sich Winfried Neun in dieser Studie mit Krankenhausmanagement und wie dieses erfolgreich und effizient gestaltet werden kann, damit auch kommende Generationen noch auf ein funktionierendes Gesundheitssystem sowie eine flächendeckende medizinische Versorgung zum Wohle des einzelnen Patienten zurückgreifen können.

„Quo vadis Krankenhausmanagement?“ (Foto: WR)

Dr. Jörg Blattmann erläuterte das Leistungsspektrum und die aktuelle Situation im Universitätsklinikum | Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und stellte hierbei auch die neue Forschungseinrichtung „CUBEX41“ vor, die im Anschluss besichtigt werden konnte. Das innovative Zentrum für Gründungen und Kompetenzen im Bereich Medizintechnologie biete alles, was für den Erfolg einer Idee sowie für das Wachstum eines Unternehmens in diesem komplexen Zukunftsfeld nötig sei, so Blattmann. Neben Nähe zu Menschen, Marken und Märkten, u.a. Universitätsmedizin Mannheim, Fraunhofer Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) sowie das Institut für Medizintechnologie, trägt auch das Know-how von Experten rund um die Idee an sich, die  Infrastruktur für perfekte Entwicklung und Erprobung und die Flexibilität in Sachen Architektur und Ausstattung einen großen Teil zu den hohen Standards der Forschung bei.